
Fachartikel Atmung
Asthma und NasenatmungWarum der Atemweg vorne beginnt
Asthma spielt sich in den Bronchien ab. Die Luft, die dort ankommt, hat aber schon einen Weg hinter sich. Hier erfährst du, was die Nase für die unteren Atemwege leistet, was Studien über Mundatmung, Atemmuster und Atemübungen bei Asthma zeigen und warum wir Atmung, Schlucken und Kopfbalance als ein gemeinsames Muster sehen.
Kennst du das?
Asthma behandelt, und trotzdem steht der Mund offen?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Treffen mehrere Punkte zu, lohnt ein Blick auf zwei getrennte Dinge. Das Asthma selbst gehört in ärztliche Hände. Wie du atmest, ist eine eigene Frage: Das Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance bestimmt mit, in welchem Zustand die Luft deine Bronchien erreicht, und es lässt sich trainieren.
Was die Nase vorbereitetWas Studien zu Atemübungen zeigenDas Wichtigste in Kürze
- Asthma ist eine chronische Entzündung der Bronchien, ihre Behandlung gehört in ärztliche Hände. Die Medikamente wirken in den Bronchien, das Atemmuster lassen sie unberührt. Wenn man dieser Logik folgt, lassen sich Atemstörungen am tiefsten über die Atmung selbst angehen.
- Die Nase wärmt, befeuchtet und filtert die Luft und gibt ihr Stickstoffmonoxid mit. In Studien ging Mundatmung mit mehr Asthma einher und unter Belastung mit einer stärkeren Verengung der Bronchien.
- Atemübungen verbesserten in Studien vor allem die Lebensqualität, kaum die Lungenfunktion. Aus unserer Sicht sind Atmung, Schlucken und Kopfbalance die Voraussetzung für ein ruhiges Atemmuster. Eine Studie zum FaceFormer-Training bei Asthma gibt es nicht.
Video
Asthma und Atemwegserkrankungen: Welche Rolle die Atmung spielt
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Grundlagen
Asthma: eine Entzündung der Bronchien
Asthma bronchiale zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Ihr Ort sind die unteren Atemwege, die Bronchien.
Die Nationale VersorgungsLeitlinie beschreibt Asthma als chronische Entzündung der Atemwege. Typisch sind Beschwerden, die kommen und gehen und unterschiedlich stark ausfallen: Atemnot, pfeifende Atmung, ein Engegefühl in der Brust und Husten. Dahinter steht eine bronchiale Hyperreagibilität. Die Bronchien reagieren empfindlicher auf Reize, als es bei anderen Menschen der Fall ist1.
der Erwachsenen in Deutschland gaben in einer Befragung des Robert Koch-Instituts an, in den letzten zwölf Monaten Asthma gehabt zu haben, Frauen häufiger als Männer2
der Kinder und Jugendlichen hatten laut der Studie KiGGS Welle 2 in den letzten zwölf Monaten Asthma, Jungen häufiger als Mädchen1
Auf eine einzelne Ursache lässt sich Asthma nicht zurückführen. Die Leitlinie spricht von einem Zusammenspiel aus Veranlagung und äußeren Faktoren und unterscheidet allergisches von nicht allergischem Asthma. Sie empfiehlt außerdem, bei der Anamnese nach Erkrankungen der oberen Atemwege zu fragen, also nach Nase und Nebenhöhlen1. Genau dort, am Anfang des Atemwegs, setzt dieser Artikel an.
Die Behandlung von Asthma ist ärztliche Aufgabe. Dein Notfallspray und deine Dauertherapie setzt du nie eigenmächtig ab und reduzierst sie nicht auf eigene Faust. Alles, was in diesem Artikel folgt, kommt zur Behandlung hinzu und ersetzt sie nicht.
Der obere Atemweg
Der Atemweg beginnt vorne
Bevor die Luft die Bronchien erreicht, durchläuft sie in der Nase eine Art Vorraum. Was dort geschieht, entfällt bei Mundatmung.
Die Nase ist kein Rohr, sondern ein Funktionsorgan. An Nasenmuscheln und Schleimhaut wird die Einatemluft erwärmt und befeuchtet, Partikel bleiben im Schleim hängen und werden abtransportiert. Warum dabei oft eine Seite enger ist, erklärt der Artikel Nasenscheidewand.
Dazu kommt ein Botenstoff. In den Nasennebenhöhlen entsteht Stickstoffmonoxid, das mit der Nasenatmung in die Lunge gelangt. Bei sechs von acht gesunden Versuchspersonen lag der über die Haut gemessene Sauerstoffdruck unter Nasenatmung rund 10 % höher als unter Mundatmung3.
Wie die Schleuse vor einem Reinraum
Bevor Luft in einen Reinraum strömt, passiert sie eine Schleuse, in der sie gefiltert, temperiert und befeuchtet wird. So sehen wir die Nase. Wer durch den Mund atmet, nimmt die Seitentür. Die Luft kommt trotzdem an, aber kühler, trockener und ungefiltert, und sie trifft direkt auf empfindliche Bronchien.
Nase und Bronchien gehören zu einem gemeinsamen Atemweg. Wie sich eine Allergie von der Nase in die Bronchien verlagern kann, beschreibt der Artikel Allergien und Nasenatmung, zu entzündeten Nebenhöhlen der Artikel Sinusitis.
Studienlage
Mundatmung und Asthma: was Studien zeigen
Dass Mundatmung die Bronchien belastet, wurde lange nur vermutet. Inzwischen gibt es Daten aus einer großen Bevölkerungsstudie und aus kleinen Laborversuchen.
In der japanischen Stadt Nagahama beantworteten 9.804 Erwachsene Fragen zu Atmung und Krankengeschichte, dazu kamen Blutwerte und eine Messung der Lungenfunktion. 17 % gaben an, durch den Mund zu atmen. Mundatmung hing mit Asthma zusammen, und zwar unabhängig davon, ob jemand allergischen Schnupfen hatte4.
so hoch war die Chance auf Asthma bei Mundatmung ohne allergischen Schnupfen4
war sie, wenn Mundatmung und allergischer Schnupfen zusammenkamen. Bei allergischem Schnupfen allein lag sie beim 2,2-Fachen4
Auch bei Teilnehmenden ohne Asthma zeigte sich bei Mundatmung häufiger eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben, mehr eosinophile Entzündungszellen im Blut und eine geringere Lungenfunktion4. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Die Autoren halten es aber für möglich, dass Mundatmung die Krankheitslast erhöht, weil sie den Schutz der Nase umgeht.
Ein Versuch aus Sydney prüfte das im Labor. Acht Erwachsene mit leichtem, zu dem Zeitpunkt beschwerdefreiem Asthma atmeten an zwei Tagen je eine Stunde nur durch die Nase oder nur durch den Mund. Bei reiner Mundatmung sank die Lungenfunktion Schritt für Schritt, drei bekamen am Ende Husten oder eine pfeifende Atmung. Bei reiner Nasenatmung blieb sie stabil, und niemand hatte Beschwerden5.
Die Nase ist der Vorraum der Bronchien. Wer ihn umgeht, lässt die Luft ungeprüft hinein.Asthma hat viele Ursachen. Aus unserer Sicht nimmt Mundatmung den Bronchien einen Schutz, den der Körper für sie vorgesehen hat, und der Schluss liegt nahe, dass kalte, trockene und ungefilterte Luft ihre Beschwerden verstärkt.
Im Versuch wurde der jeweils andere Weg unter Aufsicht mit Nasenklammer oder Pflaster verschlossen. Den Mund nachts zuzukleben empfehlen wir nicht, die Gründe stehen im Artikel Mouth Taping.
Sport und Belastung
Enge Brust beim Sport: welchen Weg die Luft nimmt
Viele Menschen mit Asthma kennen das Engegefühl nach dem Laufen. Auch hier spielt der Atemweg eine Rolle.
Unter Belastung atmen wir mehr Luft in kürzerer Zeit, und viele wechseln dabei auf den Mund. Die Luft erreicht die Bronchien dann kühler und trockener. Bei einem Teil der Menschen mit Asthma verengen sich die Bronchien nach der Anstrengung, man spricht von Belastungsasthma.
In einem Versuch aus Indien liefen 15 Menschen zweimal sechs Minuten, einmal mit Nasenklammer und einmal mit geschlossenem Mund. Bei den fünf, die zu Belastungsasthma neigten, fiel die Verengung nach reiner Nasenatmung deutlich geringer aus. Bei Menschen mit Asthma ohne diese Neigung zeigte sich kein nennenswerter Unterschied6.

Du steigst zügig drei Stockwerke hoch. Wie atmest du oben angekommen?
Nasenatmung beim Sport steigerst du behutsam. Hast du Belastungsasthma, sprich mit deiner Praxis über deinen Plan für Sport, und brich ab, sobald die Brust eng wird.
Atemmuster
Wenn das Atemmuster aus dem Takt gerät
Nicht jede Atemnot bei Asthma kommt allein aus den Bronchien. Manchmal trägt das Muster bei, mit dem geatmet wird.
Die Leitlinie spricht von dysfunktionaler Atmung, wenn das Atemmuster vom physiologischen Ablauf abweicht und dadurch wiederkehrend oder chronisch Beschwerden entstehen1. Oft wird dabei schnell und hoch in den Brustkorb geatmet, häufig durch den Mund. In einer britischen Hausarztpraxis füllten 219 Erwachsene mit behandeltem Asthma einen Fragebogen aus, der solche Muster erfasst7.
Befragten erreichten Werte, die auf eine dysfunktionale Atmung hindeuten, unabhängig davon, wie intensiv ihr Asthma behandelt wurde7
der Frauen lagen über der Schwelle, bei den Männern waren es 20 %7
Die Nationale VersorgungsLeitlinie greift das auf. Bei Asthma mit dysfunktionaler Atmung soll Atemphysiotherapie angeboten werden. Einen Zusatznutzen hält sie auch bei Menschen für plausibel, die ängstlich auf Atemnot reagieren oder gewohnheitsmäßig vorwiegend durch den Mund atmen1. Das Atemmuster ist damit als eigener Bereich neben der medikamentösen Behandlung anerkannt.
Das Muster weicht ab
Mundatmung, eine tief liegende Zunge und ein nach vorn wandernder Kopf werden zur Gewohnheit, oft schon in der Kindheit.
Der Körper kompensiert
Die Atemhilfsmuskeln an Hals und Brustkorb helfen mit, geatmet wird schneller und höher. Das Nervensystem speichert diesen Ablauf als Normalfall.
Die Folgen summieren sich
Die Luft erreicht die Bronchien ungefiltert, kühl und trocken, Hals und Schultern stehen unter Spannung.
Beschwerden werden spürbar
Bei empfindlichen Bronchien können Engegefühl und Atemnot aus unserer Sicht leichter entstehen. Wann und wie stark, hängt von vielen Faktoren ab.
Die Triade
Atmung, Schlucken, Kopfbalance: ein gemeinsames Muster
Ruhige Nasenatmung ist aus unserer Sicht kein Vorsatz, sondern das Ergebnis eines Zusammenspiels.
Atmung
Durch die Nase, bei locker geschlossenen Lippen, ruhig und tief in den Bauch. Das Zwerchfell leistet die Hauptarbeit, Hals und Schultern bleiben locker.
Schlucken
Viele hundert bis tausend Mal am Tag legt sich die Zunge aus der Zungenreferenzlage an den Gaumen. Der Zungengrund dichtet den Mundraum zum Rachen hin ab, und die Luft bleibt auf dem Weg durch die Nase. Mehr unter Schlucken und Schluckmuster.
Kopfbalance
Balanciert der Kopf über dem Körper, bleiben Rachen und Brustkorb frei beweglich. Wandert er nach vorn, arbeiten Hals- und Schultermuskeln mit, und der Mund öffnet sich leichter.
Dass Haltung und Asthma zusammenhängen können, zeigt eine Untersuchung aus São Paulo. 30 Erwachsene mit anhaltendem Asthma hielten Kopf und Schultern weiter vorn als 15 Vergleichspersonen ohne Asthma. Ihr Brustkorb dehnte sich weniger aus, und sie hatten häufiger Schmerzen an Nacken, Schultern und Brustwirbelsäule8.
Ob die Haltung Folge der vermehrten Atemarbeit ist oder sie mit verursacht, klärt die Studie nicht. Aus unserer Sicht verstärkt sich beides gegenseitig. Mehr dazu im Artikel Nacken und Rücken.

Werden die drei Funktionen gemeinsam geübt, entsteht aus unserer Sicht die Voraussetzung für ein ruhiges Atemmuster, das ohne Nachdenken durch die Nase läuft. Muskeln, die in eine Funktion eingebunden sind, werden gebraucht und behalten ihre Spannung. Was nicht gebraucht wird, erschlafft. Am Asthma selbst setzt das nicht an, sondern am Weg der Luft und an der Art, wie du atmest.
Evidenz
Atemübungen bei Asthma: was geprüft ist
Zu Atemübungen bei Asthma gibt es eine Reihe kontrollierter Studien. Sie zeigen ein klares Bild, auch in dem, was sie nicht zeigen.
Ein Cochrane-Review fasste 22 Studien mit 2.880 Erwachsenen zusammen, von Yoga über Atemschulung bis zur Buteyko-Methode. Nach drei Monaten hatte sich die asthmabezogene Lebensqualität in den Übungsgruppen etwas stärker verbessert als in den Vergleichsgruppen. Bei den Asthmabeschwerden blieb das Ergebnis offen, bei der Lungenfunktion waren die Daten uneinheitlich und teils sehr unsicher9.
nahmen an einer britischen Studie teil. Atemtraining per DVD und Heft oder in drei Sitzungen verbesserte die Lebensqualität nach zwölf Monaten, Lungenfunktion und Entzündungswert blieben unverändert11
verglichen Atemtraining in der Physiotherapie mit einer Asthmaschulung. Nach sechs Monaten lag die Atemgruppe bei Lebensqualität, Angst und Atembeschwerden vorn, an Entzündung und Reizbarkeit der Bronchien änderte sich nichts10
stieg in einer kanadischen Buteyko-Gruppe der Anteil derer, deren Asthma als kontrolliert galt. In der Vergleichsgruppe mit Physiotherapie waren es 44 auf 72 %12
Atemübungen verändern demnach vor allem, wie Menschen mit ihrem Asthma leben, und weniger die Messwerte der Lunge. Ob sie den Bedarf an Medikamenten senken, ist offen. In der kanadischen Studie wurde das inhalierte Kortison in der Buteyko-Gruppe stärker verringert12, die britischen Autoren halten das für unwahrscheinlich10. Darüber entscheidet allein deine Praxis.
Zum FaceFormer-Training bei Asthma gibt es keine Studie. Die genannten Arbeiten prüfen andere Methoden, keine davon arbeitet mit einem Gerät im Mundvorhof. Welche Untersuchungen es zur FaceFormer-Therapie gibt und wie sie einzuordnen sind, steht auf der Seite Studien und Wissenschaft.

Aus dem Fehlen einer Untersuchung folgt nicht, dass der Zusammenhang nicht besteht. Es folgt, dass er nicht geprüft ist.Deshalb beschreiben wir hier ein Erklärungsmodell und keine nachgewiesene Wirkung auf das Asthma.
Einordnung
Medizin und Training: zwei Ebenen, die sich ergänzen
Die Asthmatherapie wirkt auf Entzündung und Weite der Bronchien, das Training an anderer Stelle.
Inhalierte Medikamente dämpfen die Entzündung und öffnen die Bronchien. Sie sind die Grundlage der Behandlung, und das Bedarfsspray ist bei akuter Atemnot unverzichtbar. Welche Mittel du in welcher Dosis brauchst, legt deine Praxis anhand deiner Beschwerden und Messwerte fest.
Wie du atmest, verändern sie nicht. Sie wirken in den Bronchien, Mundatmung, ein hohes Atemmuster und ein nach vorn wandernder Kopf bleiben davon unberührt. Aus unserer Sicht bleibt die Behandlung damit auf der Ebene der Beschwerden, und Angebote, die am Atemmuster selbst ansetzen, sind rar. Wenn man dieser Logik folgt, lassen sich Atemstörungen am tiefsten über die Atmung selbst angehen. Deshalb sehen wir im Training der Basisfunktionen eine eigene Ebene neben der Medikation, und beides lässt sich kombinieren.

Ärztliche Asthmatherapie
- Dämpft die Entzündung der Bronchien
- Öffnet die Atemwege bei akuter Atemnot
- Wird an Beschwerden und Messwerte angepasst
- Liegt in der Hand deiner Praxis
Training der Basisfunktionen
- Setzt am Atemmuster an, nicht an der Entzündung
- Übt Atmung, Schlucken und Kopfbalance in einem Ablauf
- Schafft die Voraussetzung für ruhige Nasenatmung
- Liegt in deiner eigenen Hand
Die beiden Wege ersetzen sich nicht, sie arbeiten auf verschiedenen Ebenen. Mehr dazu unter FaceFormer und andere Behandlungen.
Ärztlich abklären lässt du neue oder zunehmende Atemnot, nächtliches Erwachen durch Husten oder Enge und einen steigenden Bedarf an deinem Notfallspray. Bei schwerer Atemnot, die auf dein Spray nicht anspricht, rufst du den Notruf 112.
Training
Nasenatmung trainieren: mit Asthma behutsam
Ein Atemmuster ändert sich nicht durch Einsicht, sondern durch häufige und genaue Wiederholung.
Der Vorsatz, durch die Nase zu atmen, hält oft nur bis zur nächsten Anstrengung. Im FaceFormer-Training übst du deshalb Lippenschluss, Nasenatmung, Zungenreferenzlage, Schluckakt und Kopfbalance gleichzeitig im selben Ablauf. Der FaceFormer liegt dabei im Mundvorhof, hinter den Lippen und vor den Zähnen. Anleitungen bieten die Übungsseiten und die kostenlose FaceFormer-App.
Die Atemübung aus Modul 7 kommt ab etwa Woche 6 zum Basistraining dazu. Eine Hand liegt auf dem Bauch. Du atmest sechs Sekunden durch die Nase ein, hältst die Luft kurz an, beißt dabei einmal auf und schluckst und atmest sechs Sekunden lang aus.
Die anschließende Atempause verlängerst du in kleinen Schritten, mit Asthma besonders behutsam und nur so weit, wie es angenehm bleibt. Die Pause soll deinen Körper an ruhige Atmung gewöhnen, nicht an Luftnot. Später verbindet die Kopf-Balance-Rotation mit Atmung beide Funktionen, am besten in Absprache mit einer Praxis.
- Ab Tag 1
Grundübung
Dreimal täglich wenige Minuten mit dem FaceFormer ZERO, die Wiederholungen steigerst du Woche für Woche.
- Ab etwa Woche 3
Zugübung und Nacht
Die Zugübung kommt dazu. Nachts trägst du den FaceFormer ZERO, sobald die Grundübung sitzt.
- Nach einigen Wochen
Wechsel auf den ONE
Tagsüber trainierst du mit dem FaceFormer ONE. Er ist gleich groß und geformt wie der ZERO, nur aus festerem Material.
- Ab etwa Woche 6
Atemübung
Ruhige Nasenatmung mit Pause und Schluck, die Atempause verlängerst du behutsam.
- Über 6 bis 12 Monate
Das Muster läuft von selbst
So lange rechnet das Übungsmanual, bis die neuen Abläufe ohne Nachdenken laufen. Danach folgt ein Erhaltungstraining.
Wann du pausierst oder vorher ärztlich sprichst: Während eines Asthmaanfalls oder bei zunehmender Enge trainierst du nicht, dann gilt dein Notfallplan. Dasselbe gilt bei akuten Entzündungen in Mund, Rachen oder Atemwegen, bei vollständig verlegter Nase und nach frischen Operationen im Mund. Bei degenerativen neuromuskulären Erkrankungen wie ALS oder fortgeschrittenem Parkinson trainierst du nur nach ärztlicher Rücksprache. Kinder unter 4 Jahren üben nur mit fachkundiger Begleitung.
Alltag
Nasenatmung im Alltag mit Asthma
Lippen zu, Zunge oben
Die Lippen liegen locker aneinander, die Zungenspitze am Referenzpunkt hinter den oberen Schneidezähnen. So bleibt der Mundraum dicht, und die Luft nimmt von selbst den Weg durch die Nase.
Belastung behutsam steigern
Atme zuerst beim Gehen oder lockeren Radfahren durch die Nase und steigere dich von dort aus. Wird die Brust eng, brichst du ab und hältst dich an deinen Notfallplan.
Die Nase mitbehandeln lassen
Ist die Nase oft zu, etwa bei Heuschnupfen, sprich das in deiner Praxis an. Eine freie Nase ist die Voraussetzung für Nasenatmung.
Langsam ausatmen
Eine ruhige, lange Ausatmung durch die Nase bremst hektisches Atmen. Wie Atmung und Ruhenerv zusammenhängen, erklärt der Artikel Vagusnerv.
Nachts auf den Mund achten
Wachst du mit trockenem Mund auf, atmest du nachts wahrscheinlich durch den Mund. Schnarchst du dazu oder hast Atemaussetzer, lies weiter unter Schnarchen und Schlafapnoe.
Kopfbalance am Bildschirm
Richte Bildschirm und Sitz so ein, dass dein Kopf über dem Körper balanciert und die Schultern nicht hochziehen.
Fragen
Häufig gefragt
Ersetzt Nasenatmung die Asthmabehandlung?
Nein. Asthma ist eine chronische Entzündung der Bronchien und gehört in ärztliche Behandlung. Das Training der Basisfunktionen setzt am Atemmuster an und lässt sich damit kombinieren.
Warum ist Mundatmung bei Asthma ungünstig?
Bei Mundatmung umgeht die Luft die Nase, die sie wärmt, befeuchtet und filtert und ihr Stickstoffmonoxid aus den Nebenhöhlen mitgibt. In einer japanischen Studie mit 9.804 Erwachsenen hing Mundatmung mit Asthma zusammen, unabhängig von allergischem Schnupfen. Der Schluss liegt nahe, dass kalte, trockene und ungefilterte Luft die Beschwerden verstärkt und dass den Bronchien das Stickstoffmonoxid fehlt, das aus unserer Sicht auch an ihrer Weite mitwirkt. Auf einem zweiten Weg verändert Mundatmung das Keimmilieu in Mund und Rachen, das mit dem Speichel laufend verschluckt wird, und Darm und Lunge stehen über das Immunsystem im Austausch, die sogenannte Darm-Lungen-Achse. Für Asthma belegt ist diese Kette nicht, sie folgt aus unserer Sicht aber derselben Logik.
Helfen Atemübungen bei Asthma?
Kontrollierte Studien zeigen vor allem eine bessere asthmabezogene Lebensqualität, die Lungenfunktion veränderte sich kaum. Die Leitlinie empfiehlt Atemphysiotherapie bei zusätzlicher dysfunktionaler Atmung. Zum FaceFormer-Training bei Asthma gibt es keine eigene Studie.
Kann ich mit Asthma mit dem FaceFormer trainieren?
Das Training lässt sich begleitend zur ärztlichen Behandlung durchführen. Während eines Anfalls oder bei zunehmender Enge trainierst du nicht. Atempausen verlängerst du nur so weit, wie es angenehm bleibt. Zu Beginn sind Muskelermüdung oder Druck an den Zähnen häufig, dann pausierst du kurz und machst mit weniger Wiederholungen weiter.
Was ist dysfunktionale Atmung?
Ein Atemmuster, das vom physiologischen Ablauf abweicht und dadurch wiederkehrend oder chronisch Beschwerden verursacht, etwa schnelles, hohes Atmen in den Brustkorb, oft durch den Mund. Bei Asthma soll dann laut Leitlinie Atemphysiotherapie angeboten werden.
Kann ich meine Asthmamedikamente reduzieren, wenn ich besser atme?
Darüber entscheidet allein deine Praxis anhand deiner Beschwerden und Messwerte. Auch wenn du dich besser fühlst, änderst du Dauertherapie und Notfallspray nicht auf eigene Faust.
Gilt das auch für COPD?
COPD ist eine eigene Erkrankung mit bleibender Verengung der Atemwege und gehört in lungenfachärztliche Behandlung. Wie du atmest, bleibt davon unberührt. Nach unserer Auffassung gehört das Training der Basisfunktionen deshalb auch bei COPD begleitend dazu, weil wir nach unserer Logik keinen anderen Weg sehen, Atmung, Schlucken und Kopfbalance als gemeinsames Muster zu trainieren. Bei einer akuten Verschlechterung pausierst du. Studien zum FaceFormer bei COPD gibt es nicht, und was das Training im Einzelfall bewirkt, lässt sich nicht vorhersagen.
Mein Kind hat Asthma und atmet durch den Mund. Was kann ich tun?
Das Asthma gehört in die kinderärztliche Behandlung. Die Mundatmung verdient einen eigenen Blick, dahinter kann zum Beispiel eine verlegte Nase oder eine vergrößerte Rachenmandel stecken. Kinder trainieren mit dem FaceFormer ZERO, der aus weicherem Material ist, unter 4 Jahren nur mit fachkundiger Begleitung. Mehr unter FaceFormer für Kinder und Polypen und Rachenmandel.
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Dein Weg weiter

Quellen
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