
Fachartikel Training
„Erstverschlimmerung“Anpassung statt Rückschritt
Seit du mit dem FaceFormer trainierst, zieht der Nacken, das Ohrgeräusch wirkt lauter oder der Mund ist voller Speichel? Hier erfährst du, warum das aus unserer Sicht Anpassung ist und keine Verschlimmerung, woran du Warnzeichen erkennst und wie du dein Training dosierst.
Kennst du das?
Seit du trainierst, meldet sich etwas Neues?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Trifft einer oder mehrere Punkte zu, bist du nicht allein. Solche Reaktionen kommen in den ersten Wochen gar nicht so selten vor und zeigen aus unserer Sicht, dass sich ein lange gewohntes Muster umstellt.
Was hinter den Reaktionen stecktSo passt du dein Training anDas Wichtigste in Kürze
- Die sogenannte „Erstverschlimmerung“ im FaceFormer-Training ist aus unserer Sicht keine Verschlechterung, sondern Anpassung: Ein über Jahre gewohntes Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance wird umgestellt.
- Muskelkater in Nacken und Hinterkopf, ein vorübergehend deutlicheres Ohrgeräusch, mehr Speichel, Kieferspannung oder Druck an den Schneidezähnen sind typische Reaktionen und kein negatives Zeichen.
- Dann reduzierst du, steigerst schrittweise und achtest auf saubere Ausführung statt Kraft. Vor allem bleibst du dran. Einige Warnzeichen gehören dagegen zeitnah ärztlich abgeklärt.
Video
Wie Schmerzen, Schnarchen und Kieferprobleme mit unserer Kindheit zusammenhängen
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Der Begriff
Was mit „Erstverschlimmerung“ gemeint ist
Wer nach „Erstverschlimmerung“ sucht, hat oft gerade etwas Neues begonnen und fragt sich, ob die ersten Tage so sein dürfen.
Der Begriff „Erstverschlimmerung“ stammt aus der Homöopathie. Dort beschreibt er, dass sich Beschwerden nach der ersten Gabe eines Mittels zunächst verstärken sollen. Inzwischen steht das Wort für fast alles, was sich am Anfang einer Behandlung ungewohnt anfühlt, auch nach einer neuen CMD-Schiene oder im FaceFormer-Training. Man versteht, was gemeint ist. Für das Training trifft es die Sache aus unserer Sicht aber nicht.
Deshalb sprechen wir im Training nicht von Verschlimmerung, sondern von Anpassung. Ein Ablauf, an den sich der Körper über Jahre gewöhnt hat, wird umgebaut. Reaktionen dabei treten gar nicht so selten auf. Nach unserer Erfahrung sind sie Umstellung und kein Schaden, denn das Training übt keine künstliche Bewegung ein, es führt Atmung, Schlucken und Kopfbalance in ihr natürliches Muster zurück. Wenn man dieser Logik folgt, macht man damit nichts falsch.
Nicht die Beschwerde wächst. Das Muster wird umgebaut.Eine Reaktion am Anfang ist kein Beweis für Wirkung, ein Grund zur Sorge in der Regel aber auch nicht.
Hintergrund
Warum sich der Körper erst einmal meldet
Aus unserer Sicht beginnt die Kette vieler Beschwerden im Regelfall früh, oft in der Kindheit. Atmet ein Kind durch den Mund, liegt die Zunge tief oder sinkt der Kopf nach vorn, findet der Körper eine Ersatzlösung, denn Atmen und Schlucken müssen weitergehen. Diese Ersatzlösung, fachlich Kompensation genannt, wird mit jeder Wiederholung fester und fühlt sich irgendwann normal an.
Das gewohnte Muster
Atmung, Schlucken und Kopfbalance laufen seit Jahren über eine Ersatzlösung.
Der neue Reiz
Im Training übst du den natürlichen Ablauf: Lippen zu, Nasenatmung, die Zungenspitze am Gaumen hinter den oberen Schneidezähnen (Zungenreferenzlage), Kopf aufrecht.
Die Erwartung passt nicht
Das Nervensystem rechnet mit dem alten Ablauf. Die neuen Rückmeldungen fühlen sich fremd an.
Muskeln arbeiten um
Muskeln, die lange wenig zu tun hatten, werden wieder gebraucht. Das spürst du als Ziehen oder Druck.
Das neue Muster setzt sich durch
Der neue Ablauf wird vertrauter, die Reaktionen werden in der Regel schwächer.
Hinter der dritten Stufe steckt ein Grundprinzip der Bewegungssteuerung: Das Nervensystem arbeitet mit einem inneren Modell des Körpers und rechnet vorab aus, welche Rückmeldung eine Bewegung erzeugt5. Passt die Rückmeldung nicht zur Vorhersage, fällt das auf. Deshalb fühlt sich der korrekte Ablauf anfangs oft falscher an als der gewohnte.
Wie der Wiedereinstieg ins Laufen
Wer nach Jahren wieder zu laufen beginnt, spürt am zweiten Tag die Waden. Niemand würde sagen, das Laufen habe die Beine verschlimmert. Nach einigen Einheiten ist der Muskelkater weg, obwohl du weiterläufst. Ähnlich ist es, wenn Zunge, Lippen, Mundboden und Nacken wieder in ihre Aufgabe eingebunden werden.
Die ersten Wochen
Welche Reaktionen vorkommen können
Diese Rückmeldungen hören wir im Support am häufigsten.
Muskelkater in Nacken und Hinterkopf
Die Kopfbalance gehört zu jeder Übung und fordert die Nackenmuskeln neu.
Ohrgeräusch vorübergehend deutlicher
Kiefer, Nacken und Druckausgleich stellen sich um, ein Tinnitus kann darauf reagieren.
Mehr Speichel
Der FaceFormer ist ein neuer Reiz für die Mundschleimhaut.
Spannung im Kiefer
Kaumuskeln und Mundboden arbeiten neu zusammen, besonders bei zu viel Kraft.
Druck an den Schneidezähnen
Nachts legt sich die Membran des FaceFormers durch den Unterdruck an die Zahnreihe.
Phasenweise Schwindel
Das Gleichgewicht muss neue Signale aus dem Nacken erst verrechnen.
Seit wann trainierst du?
Nicht jede Beschwerde in dieser Zeit kommt vom Training, auch ein Infekt oder schlechter Schlaf machen sich bemerkbar. Achte darauf, ob eine Reaktion kurz nach dem Üben auftritt und bei weniger Wiederholungen nachlässt. Weitere Antworten zur Anfangszeit findest du in den häufigen Fragen.
Nacken und Kiefer
Muskelkater in Nacken, Hinterkopf und Kiefer
In jeder Übung balancierst du den Kopf aufrecht über der Wirbelsäule, obwohl er im Alltag eher nach vorn wandert. Die kleinen Muskeln zwischen Hinterkopf und oberer Halswirbelsäule arbeiten dann anders als gewohnt. Ein Ziehen im Nacken oder am Hinterkopf ist in den ersten Wochen deshalb nicht ungewöhnlich.
Ziehst du das Kinn mit Kraft zurück oder legst den Kopf in den Nacken, spannt die Halsmuskulatur unnötig mit. Aufgerichtet heißt nicht verkrampft. Mehr zur Kopfbalance im Artikel zu Nackenschmerzen.

nach einer gezielten Überlastung der Kaumuskeln waren Ermüdung und Muskelschmerz in einem Laborversuch mit 21 Frauen erhöht3
danach lagen alle gemessenen Werte in derselben Untersuchung wieder auf dem Ausgangsniveau3
Muskelkater entsteht vor allem, wenn eine Tätigkeit neu ist oder nach einer Pause wieder beginnt2. Der Versuch aus Amsterdam zeigt ihn auch an den Kaumuskeln. Dort wurden die Muskeln gezielt überlastet, das Training ist deutlich sanfter. Die Richtung ist dieselbe: Die Reaktion kommt, und in der Regel geht sie wieder.
Spannt der Kiefer, liegt das oft an zu viel Kraft. Den FaceFormer halten die Lippen, nicht die Zähne, und den Lippenkeil musst du anfangs nicht ganz zusammendrücken. Mit den Backenzähnen beißt du nur kurz vor dem Schlucken auf. Mehr dazu unter CMD verstehen.
Ohr und Gleichgewicht
Wenn das Ohrgeräusch deutlicher wird
Viele trainieren wegen eines Tinnitus und erschrecken, wenn das Geräusch anfangs lauter wirkt. Das Gehirn verrechnet das Hören mit Signalen aus Kiefer, Gesicht und Nacken. Verändern sich Spannung und Haltung in diesem Bereich oder der Druckausgleich im Ohr, kann sich das auf das Ohrgeräusch auswirken, in beide Richtungen.
mit Tinnitus spannten in einer Studie aus São Paulo gezielt Muskeln an Kopf, Hals und Gliedmaßen an4
konnten ihr Ohrgeräusch damit verändern, Kopf- und Halsmuskeln wirkten stärker als Arme und Beine4
Gesunden ohne Tinnitus lösten mit denselben Anspannungen ein Ohrgeräusch aus4
Wird dein Tinnitus anfangs deutlicher, ist das aus unserer Sicht im Regelfall ein Zeichen der Umstellung. Nimm die Belastung zurück und trainiere sauber weiter. Mehr im Artikel Tinnitus: Ursachen, Kiefer, Nacken.
Ähnlich beim Schwindel: Das Gleichgewicht verrechnet Innenohr, Augen und die Sensoren der Nackenmuskeln. Richtet sich der Kopf neu aus, kann phasenweise ein leichtes Schwindelgefühl auftreten. Lass dann die Nacht ein paar Tage weg und trainiere tagsüber kürzer. Mehr unter Schwindel und Morbus Menière.
Kommt ein Ohrgeräusch plötzlich zusammen mit schlechterem Hören, pocht es im Takt des Herzschlags oder dreht sich heftig alles, ist das keine Anpassung. Dann lässt du das zeitnah ärztlich abklären. Beim Hörsturz zählen die ersten zwei Wochen.
Mund und Zähne
Speichel, Schlucken und Druck an den Zähnen
Viel Speichel ist am Anfang häufig, besonders bei früheren Mundatmern. Der FaceFormer ist für die Mundschleimhaut ein neuer Reiz, und die Speicheldrüsen reagieren darauf. Das ist Übungsmaterial: Sammle den Speichel auf der Zunge und schlucke ihn mit der Übung hinunter. Fällt das anfangs schwer, schluckst du nur bei jeder zweiten Wiederholung. Mehr zum Ablauf unter Schlucken und Schluckstörung.
Nach der Nacht mit dem FaceFormer spüren viele Druck an den oberen Schneidezähnen. Die Membran legt sich durch den Unterdruck im geschlossenen Mund an die Zahnreihe an, vorstehende Zähne spüren das stärker. Der Druck zeigt, dass Kräfte auf die Zahnreihe wirken. Arbeiten Lippen und Zunge wieder im physiologischen Muster, ändern sich die Kräfte, unter denen die Zähne jeden Tag stehen. Das kann die Voraussetzungen schaffen, dass sich eine Zahnstellung verändert, ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusagen.
Ist es zu unangenehm, lass die Nacht eine Weile weg, trainiere tagsüber weiter und taste dich dann wieder heran. Nachts trägst du den weicheren ZERO. Mehr unter Nächtliche Anwendung.

Ist die Innenseite der Lippe gereizt, bestreiche den Mundschild vor dem Einsetzen dünn mit Lippenbalsam, Vaseline oder etwas Speiseöl. Ist eine Stelle wund, pausierst du, bis sie wieder in Ordnung ist.
Einordnung
Homöopathie, Schiene, Training: nicht dasselbe
In der Homöopathie gilt die „Erstverschlimmerung“ vielen als Zeichen, dass ein Mittel anschlägt. Eine systematische Übersicht verglich in 24 placebokontrollierten Studien, wie oft Verschlimmerungen unter dem Mittel und unter Placebo auftraten1.
wurden den homöopathischen Mitteln zugeordnet1
traten unter Placebo auf, also ganz ohne Mittel1
Die Autoren fanden keinen klaren Beleg, dass es die homöopathische Erstverschlimmerung als eigenes Phänomen gibt. Eine Reaktion am Anfang beweist also nichts, auch im Training nicht. Dort hat sie aber einen erklärbaren Ort: Muskeln, Sensoren und Schleimhaut, die anders arbeiten als gewohnt.
Auch nach einer neuen Aufbissschiene bei CMD berichten manche von einer schwierigen Anfangszeit, weil die Schiene dem Unterkiefer von außen eine neue Lage vorgibt. Ansprechpartner ist dann die Zahnarztpraxis, die sie angepasst hat. Schiene und FaceFormer trägst du nicht gleichzeitig im Mund, und eine verordnete Schiene setzt du nicht eigenmächtig ab.
Mittel oder Hilfsmittel
- Ein Mittel oder eine Schiene wirkt, solange es angewendet wird
- Lage oder Zustand werden von außen vorgegeben
- Der Körper bleibt dabei weitgehend passiv
Aktives Training
- Du übst den Ablauf selbst, bis er ohne Nachdenken läuft
- Die Steuerung stellt sich von innen um
- Du passt die Dosis an deine Rückmeldungen an
Hilfsmittel können entlasten, das Umlernen nehmen sie dir nicht ab. Ein Muster ist im Gehirn gespeichert und lässt sich nicht von außen einsetzen. Nach unserer Auffassung gibt es deshalb keinen anderen Weg, ein gestörtes Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance umzustellen, als es zu trainieren.
Grenzen
Wann es keine Anpassung ist
Anpassungsreaktionen sind in der Regel mäßig, hängen mit dem Training zusammen und lassen bei weniger Wiederholungen nach. Folgende Zeichen passen nicht in dieses Bild und gehören zeitnah ärztlich abgeklärt:
Plötzlich schlechter hören
Das Hören auf einem Ohr lässt plötzlich nach, mit oder ohne Ohrgeräusch.
Pochendes Ohrgeräusch
Das Geräusch pocht im Takt des Herzschlags.
Heftiger Drehschwindel
Alles dreht sich stark, dazu kommen Übelkeit oder Gangunsicherheit.
Neurologische Zeichen
Taubheit im Gesicht, Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen.
Ausstrahlung in den Arm
Der Nackenschmerz zieht in Arm oder Hand, mit Kribbeln oder Taubheit.
Kiefer blockiert
Der Mund lässt sich plötzlich kaum öffnen oder schließen, mit starken Schmerzen.
Bei akuten Entzündungen in Mund oder Rachen, verlegter Nase oder frischen Operationen im Mund pausierst du. Halten Beschwerden trotz reduzierter Dosis über Wochen unverändert an, lass deine Ausführung von einer Praxis prüfen. Verordnete Medikamente und Behandlungen setzt du nicht eigenmächtig ab.
Training anpassen
Reduzieren, steigern, dranbleiben
Für jedes Training gilt: Die Dosis entscheidet. Ein Reiz im passenden Bereich regt Anpassung an, zu viel auf einmal überfordert. Also nicht aufhören, sondern die Menge anpassen. Wenige saubere Wiederholungen bringen dich weiter als viele mit Kraft.
Dasselbe empfiehlt die Sportmedizin bei Muskelkater: die Belastung für ein, zwei Tage senken und neue Übungen über ein bis zwei Wochen schrittweise einführen2.

Melden sich deutliche Reaktionen, gehst du einen Schritt zurück und baust dein Training so neu auf, wie es unser Support seit Jahren empfiehlt:
- Ab heute
Nur die Grundübung
Dreimal täglich 8 Wiederholungen der Grundübung mit dem FaceFormer ZERO. Zugübung und Nacht lässt du vorerst weg.
- Jeden Tag
Eine Wiederholung mehr
Du steigerst täglich um eine Wiederholung, bis du bei 20 angekommen bist. Das dauert knapp zwei Wochen.
- Bei 20
Zugübung und Nacht dazu
Jetzt kommt die Zugübung dazu, wieder mit 8 Wiederholungen und täglich einer mehr bis 20. Ab jetzt trägst du den ZERO auch nachts.
- Danach
Das volle Programm
Dreimal täglich je 20 Grund- und Zugübungen plus Nacht. Nach einigen Wochen trainierst du tagsüber mit dem festeren ONE.
- Über Monate
Das Muster läuft von selbst
Bis die neuen Abläufe ohne Nachdenken laufen, rechnet das Übungsmanual mit sechs bis zwölf Monaten.
Die Arbeit machen Lippen und Zunge, nicht Kiefer und Nacken. Kopf aufrecht, Schultern locker, ruhige Nasenatmung, die Zungenspitze an ihrem Referenzpunkt, mehr dazu unter Zungenruhelage.
Spannen Nacken, Kinn oder Kaumuskeln deutlich an, ist es zu viel. Zur Kontrolle legst du zwei Finger seitlich auf den Kaumuskel.

Anpassen statt aufhören
Eine Reaktion ist ein Hinweis auf die Dosis. Weniger Wiederholungen halten den Lernprozess in Gang.
Schlechte Tage überbrücken
Geht es dir an einem Tag nicht gut, übst du nur Zungenreferenzlage und Nasenatmung ohne Gerät. Auch das zählt.
Steigern nach ruhigen Tagen
Erhöhe erst wieder, wenn zwei bis drei Tage hintereinander ruhig verlaufen sind.
Dranbleiben
Ein Muster aus vielen Jahren stellt sich nicht in Tagen um. Mehr unter Ablauf und Dauer.
Alle Module findest du auf den Übungsseiten. Kommst du allein nicht weiter oder möchtest du begleitet werden, kann eine Praxis deine Ausführung prüfen.
Fragen
Häufig gefragt
Gibt es beim FaceFormer-Training eine Erstverschlimmerung?
Am Anfang kann es zu Reaktionen kommen, etwa Muskelkater im Nacken, einem deutlicheren Ohrgeräusch, mehr Speichel oder Druck an den Zähnen. Wir sprechen nicht von Verschlimmerung, sondern von Anpassung: Ein über Jahre gewohntes Muster wird umgestellt. Nach unserer Erfahrung ist das Umstellung und kein Schaden, denn das Training führt Atmung, Schlucken und Kopfbalance in ihr natürliches Muster zurück. Wenn man dieser Logik folgt, macht man damit nichts falsch.
Wie lange dauert die Anpassung am Anfang?
Muskelkater klingt in der Regel nach einigen Tagen ab. Nach unserer Erfahrung werden die Reaktionen bei vielen innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen deutlich schwächer, besonders bei langsamer Steigerung. Zugübung oder Nacht können vorübergehend wieder etwas auslösen.
Soll ich das Training abbrechen, wenn es schlimmer wird?
Nein, reduziere die Wiederholungen, statt ganz aufzuhören: nur die Grundübung mit 8 Wiederholungen, jeden Tag eine mehr bis 20, erst dann Zugübung und Nacht dazu. Anders ist es bei Warnzeichen wie plötzlichem Hörverlust oder heftigem Drehschwindel, die lässt du zeitnah ärztlich abklären.
Seit ich trainiere, ist mein Tinnitus lauter. Ist das normal?
Das kommt am Anfang vor. Das Gehirn verrechnet das Hören mit Signalen aus Kiefer und Nacken, und genau dort stellt das Training um. Nimm die Belastung zurück und trainiere sauber weiter. Kommt das Geräusch plötzlich mit schlechterem Hören, pocht es im Herzschlag oder dreht sich heftig alles, lass das zeitnah ärztlich abklären.
Mir ist seit dem Training schwindelig. Soll ich weitermachen?
Ein leichtes, phasenweises Schwindelgefühl kann in der Umstellung vorkommen, weil sich die Kopfbalance neu ausrichtet. Trainiere kürzer, und trägst du den FaceFormer schon nachts, lass die Nacht ein paar Tage weg. Heftiger Drehschwindel oder neurologische Ausfälle sind keine Anpassung und gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.
Warum drückt der FaceFormer nachts auf die Schneidezähne?
Die Membran legt sich durch den Unterdruck im geschlossenen Mund an die Zahnreihe an. Vorstehende Zähne spüren das stärker, am Anfang ist das häufig. Der Druck zeigt, dass Kräfte auf die Zahnreihe wirken. Arbeiten Lippen und Zunge wieder im physiologischen Muster, ändern sich diese Kräfte, und das kann die Voraussetzungen schaffen, dass sich eine Zahnstellung verändert. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusagen. Ist es dir zu unangenehm, lass die Nacht eine Weile weg, trainiere tagsüber weiter und taste dich dann wieder heran.
Gibt es eine Erstverschlimmerung bei der CMD-Schiene?
Auch nach einer neuen Aufbissschiene berichten manche von einer schwierigen Anfangszeit, weil die Schiene dem Unterkiefer eine neue Lage vorgibt. Ansprechpartner ist dann die Zahnarztpraxis, die sie angepasst hat. Schiene und FaceFormer trägst du nicht gleichzeitig im Mund, und eine verordnete Schiene setzt du nicht eigenmächtig ab.
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Dein Weg weiter

Quellen
- Grabia S, Ernst E (2003). Homeopathic aggravations: a systematic review of randomised, placebo-controlled clinical trials. Homeopathy 92(2):92-98. PMID 12725251. Quelle
- Cheung K, Hume P, Maxwell L (2003). Delayed onset muscle soreness: treatment strategies and performance factors. Sports Medicine 33(2):145-164. PMID 12617692. Quelle
- Yoshida E, Lobbezoo F, Fueki K, Naeije M (2012). Effects of delayed-onset muscle soreness on masticatory function. European Journal of Oral Sciences 120(6):526-530. PMID 23167469. Quelle
- Sanchez TG, Guerra GC, Lorenzi MC, Brandão AL, Bento RF (2002). The influence of voluntary muscle contractions upon the onset and modulation of tinnitus. Audiology and Neuro-Otology 7(6):370-375. PMID 12401968. Quelle
- Wolpert DM, Ghahramani Z, Jordan MI (1995). An internal model for sensorimotor integration. Science 269(5232):1880-1882. PMID 7569931. Quelle
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