Soll/kann der FaceFormer zusammen mit einer Schiene getragen werden?

Frage

Ich benutze den Face Former nun seit ca. 14 Tagen. Nun komme ich in den Nachtmodus. Da ich ein CMD Patient bin und für die Nacht eine Schiene trage steht für mich die Frage im Raum, ob beides gleichzeitig benutzt werden muss, oder ob auf die Schiene verzichtet wird?

Antwort

Wenn Sie 2 Wochen täglich trainiert haben, bemerken Sie bereits positive Effekte. Nasenatmung und Muskelkoordination haben sich optimiert. Es ist wahrscheinlich, dass der FaceFormer bei Beginn der nächtlichen Anwendung noch nicht die ganze Nacht über im Mundvorhof bleibt. Gewohnheitsmäßig wollen Sie durch den Mund atmen und ziehen ihn, im Schlaf, heraus. Das ist normal und nach einigen Tagen bleibt der FF an seinem Platz. Ihre Schiene sollten Sie nicht mehr nutzen. Sie führt zu Irritationen der Zungenbewegung und stört bei der Angewöhnung der korrekten Zungenhaltung. Halten Sie das tägliche Übungsprogramm bitte konsequent bei,auch wenn es Ihnen schon deutlich besser geht. Die neuen Haltungen und Funktionen müssen stabilisiert und automatisiert werden. Erst dann gibt es keinen Rückfall mehr.


Kann der FaceFormer bei UARS helfen?

Frage

Im Gegensatz zur klassischen Schlafapnoe sind beim „Upper Airway Resistance Syndrome (UARS)“ (vgl. Wikipedia) eher ungünstige anatomische Voraussetzungen für die Verengung der oberen Atemwege verantwortlich. Mich würde interessieren, ob Ihnen bekannt ist, ob der Face Former auch beim UARS helfen kann.

Antwort

vielen Dank für Ihr Interesse an der FaceFormer Therapie. Die Methode hat sich in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und weltweit bei Patienten als äußerst wirksam erwiesen.

Die Auffassung, dass bei UARS allein die anatomischen Verengungen im Mund- und Rachenraum ursächlich sind, stellt eine erhebliche Einschränkung dar. Bei UARS sind die abweichenden Verengungen zwar klar erkennbar, aber erst die Schlaffheit des Mund-/Rachenraumgewebes und die dysfunktionellen motorischen Musterabweichungen generieren das eigentliche Problem, die Atemaussetzer oder das Schnarchen. Die morphologischen Dimensionen im Mund-Rachenraum können einerseits hereditär begründet sein, sich anderseits aber auch durch Fehlfunktionen entwickelt haben. Unabhängig von der Ursache, also Form oder Funktion, bilden sich kompensatorische Mechanismen aus, die ausnahmslos korrigiert werden müssen, um eine Verbesserung zu erzielen. Nach wie vor wird bei den symptomatischen Therapien, die leider sogar als „Goldstandard“ bezeichnet werden, vergessen, dass diese immer nur ein Ersatz für kausale Behandlungen sind. Deswegen benutzt der Patient z.B. sein CPAP-Gerät in der Regel bis zum Lebensende und Protrusionsschienen zumindest so lange, bis die Kiefergelenke geschädigt sind. Im ersten Fall wird schlaffes Gewebe beiseite gepustet (Luftschienung), was evtl. zwar Erfolge unter unmittelbarer Anwendung haben kann, die Funktionen und Spannungszustände von Muskeln und Gewebe entwickeln sich aber nach und nach noch negativer als sie schon sind.

Kausale Behandlungen hingegen stärken das gesamte System bis das Problem beseitigt ist. Die FaceFormer Therapie gehört zu den Kausalbehandlungen und ist eine Übungstherapie. Diese sind alternativlos und die einzigen Verfahren, die langfristig Bewegungsmuster umstellen und das System stärken können.

In jedem Fall muss auch bei UARS das FaceFormer Training durchgeführt werden. Es stellt sich nicht nur eine Gewebestraffung, sondern ein komplett neues Bewegungsmuster, Unterdruckbildung im Mund-/Rache, Nasenatmung etc. ein. Die anatomische Enge der Atemwege verhindert nicht die Atmung, sondern vereinfacht den eigentlichen Ursachen, dysfunktionelle Muster mit einhergehenden Erschlaffungen, die Störung erfolgreich durchzusetzen.

Also unabhängig davon, ob Schnarchen, Schlafapnoe Syndrom oder UARS, die FaceFormer Therapie muss immer angewendet werden. Sie ist wahrscheinlich die einzige Therapie, die wirksam die Ursachen beeinflusst und – bei regelmäßiger und richtige Anwendung – einen Erfolg herbeiführt.


Reduziert FaceFormer-Training eine Asymmetrie der Gesichtshälften?

Frage

Kann der FaceFormer“ auch zur Verbesserung der Optik eingesetzt werden, um eine Asymmetrie der Gesichtshälften zu reduzieren, die durch verschieden lange Kiefergelenke verursacht ist? Gibt es dazu Erfahrungen?

Antwort

Trainieren Sie unbedingt intensiv mit dem FaceFormer! Die Asymmetrie im Gesicht entwickelt sich in der Regel niemals durch verschieden lange Unterkieferseiten, sondern aufgrund einer Unterkieferverschiebung. Der Unterkiefer wird allmählich muskulär zu einer Seite bewegt. Er verbleibt nicht in dieser Position, sondern wird kontinuierlich weiter bewegt. Dieser Prozess geht über Jahre und mit hoher Wahrscheinlichkeit stellen sich irgendwann Schmerzen in Kiefergelenken, Kopfschmerzen, etc. ein.

Ein solche Fehlstellung sollte unbedingt funktionell mit FaceFormer Übungen korrigiert werden. Keinesfalls sollten Aufbissschienen eingesetzt werden, die leider immer wieder verordnet werden. Die Korrektur ist ein aktiver Prozess, der mehrere Monate dauert, weil die Entwicklung der Fehlstellung sich über viele Jahre eingestellt hat. Was sich über Jahre falsch entwickelt hat, ist nicht von jetzt auf gleich zu zu korrigieren. Trainieren Sie deshalb regelmäßig und richtig, wenn Sie wirklich einen Erfolg haben möchten. Verlieren Sie nicht die Geduld und halten Sie durch. Es lohnt sich!