
Fachartikel Stimme
Heiserkeit?Wenn Atem und Kehlkopf nicht zusammenspielen
Die Stimme wird rau, bricht weg oder ermüdet nach einem langen Tag? Hier erfährst du, wie Stimmlippen und Ansatzrohr den Ton formen, woher Heiserkeit kommt, wann sie in die HNO-Praxis gehört und warum Atmung, Kopfbalance und Kehlkopfspannung aus unserer Sicht die Basis einer belastbaren Stimme sind.
Kennst du das?
Die Stimme lässt nach, obwohl du gar nicht erkältet bist?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Treffen mehrere Punkte zu, lohnt ein Blick darauf, wie deine Stimme entsteht und was sie trägt. Häufige Heiserkeit ohne Infekt hängt aus unserer Sicht im Regelfall damit zusammen, wie du atmest, wie dein Kopf balanciert ist und wie viel Spannung dein Kehlkopf halten muss. Diese Muster lassen sich trainieren.
Wann du zur HNO-Praxis solltestWas die Kehlkopfspannung machtDas Wichtigste in Kürze
- Die Stimme entsteht in den Stimmlippen im Kehlkopf. Die Ausatemluft versetzt sie in Schwingung, Rachen, Mund und Nase formen daraus als Ansatzrohr Laute und Klang.
- Heiserkeit nach einer Erkältung oder einem lauten Abend klingt in der Regel nach einigen Tagen ab. Hält sie länger als drei Wochen an, gehört der Kehlkopf in einer HNO-Praxis angeschaut.
- Kehrt die Heiserkeit ohne Infekt wieder, arbeitet die Stimme aus unserer Sicht im Regelfall unökonomisch. Atmung, Kopfbalance und Kehlkopfspannung bilden ihre Basis, und diese Basis lässt sich trainieren.
Video
Heiserkeit: Was tun, wenn die Stimme nachlässt?
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Stimmlippen
Stimmbänder oder Stimmlippen? So entsteht der Ton
Alle sprechen von Stimmbändern. Genau genommen sind die Stimmbänder nur ein Teil dessen, was im Kehlkopf schwingt.
Zum Sprechen brauchst du Luft. Beim Ausatmen strömt sie aus der Lunge durch die Luftröhre in den Kehlkopf. Dort liegen sich zwei Falten gegenüber, die Stimmlippen. Die Luft versetzt sie in Schwingung, viele Male in der Sekunde schlagen sie aneinander und öffnen sich wieder. So entsteht der Ton.
Das Prinzip gleicht einer Gitarrensaite. Je straffer sie gespannt ist, desto höher klingt der Ton. Die Stimmlippen werden über kleine Muskeln im Kehlkopf gespannt, gedehnt und aneinandergeführt. Die Nerven dieser Muskeln sind Äste des Vagusnervs, mehr über ihn steht im Artikel Vagusnerv stimulieren. Damit die Schwingung leicht gelingt, darf die Schleimhaut nicht austrocknen.
Der Ton entsteht im Kehlkopf. Getragen wird er von der Atmung.Ohne gleichmäßigen Luftstrom schwingen die Stimmlippen nicht ökonomisch. Deshalb beginnt Stimmarbeit beim Atem.
Ansatzrohr
Vom Ton zur Sprache: das Ansatzrohr
Der Ton aus dem Kehlkopf allein klingt wie ein Summen. Verständlich wird er erst in den Räumen darüber.
Diese Räume fasst man unter dem Begriff Ansatzrohr zusammen. Gemeint sind Rachen, Mundraum und Nase. Hier wird aus dem Ton ein A oder ein I, ein M oder ein L. Zunge, Gaumensegel, Lippen und Unterkiefer verändern die Form der Räume in Bruchteilen von Sekunden, Laut für Laut und Wort für Wort.
Rachen
Er verbindet Kehlkopf, Mund und Nase. Seine Weite bestimmt mit, wie voll die Stimme klingt.
Zunge
Sie formt alle Vokale und einen Großteil der Konsonanten, ausgehend von der Zungenreferenzlage.
Gaumensegel
Es öffnet den Weg zur Nase für M, N und NG und verschließt ihn für die übrigen Laute.
Lippen
Sie bilden B, P, M, F und W und runden die Vokale O und U.
Das Ansatzrohr ist zugleich ein Resonanzraum, ähnlich dem Korpus einer Gitarre. Es verstärkt bestimmte Anteile des Tons und gibt der Stimme ihre Farbe. Zunge, Unterkiefer und Kehlkopf hängen über das Zungenbein zusammen. Aus unserer Sicht wirkt eine veränderte Zungenreferenzlage deshalb bis zum Kehlkopf. Wo die Zunge hingehört, erklärt der Artikel über die Zungenreferenzlage.
Ursachen
Heiserkeit: akut, häufig oder chronisch
Fast alle waren schon einmal heiser, nach einer Erkältung, einem Konzert oder einem Abend im Stadion. Entscheidend ist, wie lange es dauert und wie oft es wiederkommt.
Bei einem Infekt reizen Viren die Schleimhaut von Rachen und Kehlkopf. Sie schwillt an, die Stimmlippen schwingen schwerer, die Stimme wird rau oder bleibt ganz weg. Solche akuten Zustände klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. Anders ist es, wenn die Stimme ohne Infekt wiederholt nachlässt, nach der Arbeit, am Abend oder nach längerem Reden. Dann sprechen Fachleute von einer funktionellen Stimmstörung.
hat laut der amerikanischen HNO-Leitlinie irgendwann im Leben eine Stimmstörung1
der befragten Lehrkräfte hatten schon einmal eine Stimmstörung, in der übrigen Bevölkerung waren es 28,8 %. Befragt wurden 2.531 Personen in Iowa und Utah2
der Lehrkräfte hatten zum Zeitpunkt der Befragung eine Stimmstörung, gegenüber 6,2 % der übrigen Befragten2
Lehrkräfte, Menschen im Verkauf, am Telefon oder auf der Bühne reden oft stundenlang, gegen Lärm und ohne Pause. Wird die Stimme über Jahre überlastet, können sich an den Stimmlippen Verdickungen bilden, die Stimmlippenknötchen. Bei Kindern, die viel und laut rufen, heißen sie Schreiknötchen.
Auch die Schleimhaut leidet. Beim langen Sprechen und bei Mundatmung trocknet der feine Feuchtigkeitsfilm auf den Stimmlippen ab. Sie schwingen schwerer, und die Stimme verliert Klang.

Abklärung
Länger als drei Wochen heiser? Dann in die HNO-Praxis
Die Stimmlippen sieht man von außen nicht. Ob sie gesund sind, zeigt erst ein Blick in den Kehlkopf.
Hält die Heiserkeit länger als drei Wochen an, lass den Kehlkopf in einer HNO-Praxis untersuchen. Er wird dort mit Spiegel oder Kamera betrachtet. Häufig findet sich nichts Bedrohliches, die Untersuchung ist trotzdem wichtig, weil Knötchen, Polypen, eine Lähmung oder selten ein Tumor eine eigene Behandlung brauchen. Die amerikanische HNO-Leitlinie empfiehlt die Kehlkopfspiegelung spätestens nach vier Wochen und bei Warnzeichen ohne Wartezeit1.
Atemnot
Pfeifende Atmung oder Luftnot zusammen mit der Heiserkeit
Knoten am Hals
Eine tastbare Schwellung am Hals, die nicht zurückgeht
Nach Eingriffen
Heiserkeit nach einer Operation an Kopf, Hals oder Brustkorb oder nach einer Beatmung
Rauchen
Wer raucht oder lange geraucht hat, lässt Heiserkeit früher abklären
Stimme als Beruf
Wer beruflich auf die Stimme angewiesen ist, wartet nicht drei Wochen
Findet die HNO-Praxis keinen krankhaften Befund an den Stimmlippen, arbeitet die Stimme aus unserer Sicht im Regelfall unökonomisch. Genau dort setzt das Training der Basisfunktionen an. Es lässt sich mit einer Stimmtherapie kombinieren. Verordnete Behandlungen setzt du nicht eigenmächtig ab, Änderungen besprichst du mit deiner Praxis.
Funktionelle Stimmstörung
Zu schwach oder zu gepresst: die unökonomische Stimme
Bei einer funktionellen Stimmstörung sind die Stimmlippen gesund. Gestört ist die Art, wie sie eingesetzt werden.
Damit ein Ton mühelos entsteht, braucht der Kehlkopf eine stabile, aber nicht festgehaltene Ausgangslage. Dann reicht wenig Atemdruck, und die Stimmlippen schwingen frei. Gerät das Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, kippt die Stimme in eine von zwei Richtungen. Beide kosten Kraft und führen bei viel Sprechen zu Heiserkeit und Stimmermüdung, im Extremfall zur Stimmlosigkeit.
Zu schwach
- Leise, wenig Stimmdruck
- Kaum Wechsel zwischen hoch und tief
- Hauchig, Luft entweicht hörbar
- Du musst dich anstrengen, um gehört zu werden
Zu gepresst
- Hoher Andruck, der Hals arbeitet sichtbar mit
- Hell und angestrengt, die Stimme sitzt eng
- Häufiges Räuspern, Kloßgefühl im Hals
- Nach längerem Sprechen rau und müde
Die ökonomische Stimme liegt dazwischen. In der Stimmarbeit heißt sie gesetzte Stimme, voll, tragfähig und ohne Pressen. Sie entsteht, wenn Atemstrom, Kehlkopfspannung und Körperspannung zusammenpassen. Darum geht es in den nächsten Abschnitten.
Basisfunktion Atmung
Die Stimme braucht einen tragenden Atem
Der Ton entsteht beim Ausatmen. Wie die Luft in die Lunge kommt und wie sie wieder hinausströmt, prägt deshalb den Klang.
Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell, eine flache Muskelplatte quer unter den Lungen. Beim Einatmen senkt es sich, die Bauchdecke wölbt sich leicht nach vorn. Beim Ausatmen hebt es sich wieder, und die Luft strömt gleichmäßig durch den Kehlkopf. Wie Zwerchfell und Beckenboden zusammenarbeiten, beschreibt der Artikel Beckenbodentraining.
Beim Sprechen atmest du zwischen zwei Sätzen rasch nach, auch einmal durch den Mund, in längeren Pausen ruhig durch die Nase. Wer dagegen hoch in den Brustkorb atmet und die Schultern anhebt, verlagert die Arbeit aus unserer Sicht auf die Halsmuskeln, und der Kehlkopf gerät unter Spannung.

Auch der Weg der Luft zählt. Die Nase wärmt und befeuchtet die Atemluft. Strömt sie durch den offenen Mund, trocknet sie die Oberfläche der Stimmlippen ab. Eine Arbeitsgruppe in den USA ließ gesunde Frauen eine Viertelstunde lang durch Mund oder Nase atmen und maß danach, wie viel Luftdruck die Stimmlippen zum Anschwingen brauchten.
Mundatmung genügten, damit dieser Anblasedruck bei 20 gesunden Frauen anstieg. Nach Nasenatmung sank er3
empfanden das Sprechen nach der Nasenatmung als leichter. Nach der Mundatmung empfanden 6 von 10 es als anstrengender3
nahmen an der Folgestudie teil. Bei denen, die zu Stimmermüdung neigten, stieg der Anblasedruck nach Mundatmung stärker als bei den übrigen4
Mundatmung ist aus unserer Sicht ein unterschätzter Faktor bei häufiger Heiserkeit, besonders in der Nacht, wenn sie stundenlang anhält. Wie ein trockener Mund am Morgen entsteht, erklärt der Artikel über Mundtrockenheit. Warum ein Pflaster über den Lippen am Atemmuster wenig ändert, steht im Beitrag zum Mouth Taping.
Basisfunktion Kopfbalance
Der Kehlkopf hängt an der Kopfbalance
Der Kehlkopf sitzt nicht fest auf einem Knochen. Er hängt in einem Netz aus Muskeln, das vom Schädel bis zum Brustbein reicht.
Oben hängt der Kehlkopf am Zungenbein. Es ist der einzige Knochen des Körpers, der keinen anderen Knochen berührt. Muskeln verbinden es mit Unterkiefer, Zunge und Schädelbasis, andere ziehen nach unten zu Brustbein und Schulterblatt. Zwischen diesen Zügen wird die Lage des Kehlkopfs eingestellt.
Balanciert der Kopf über dem Körper, halten sich die Züge die Waage. Wandert er nach vorn, etwa am Bildschirm oder beim Blick aufs Handy, verändern sich die Zuglinien im vorderen Hals. Aus unserer Sicht verschiebt sich damit die Ausgangslage von Zungenbein und Kehlkopf, und die Stimmlippen arbeiten unter veränderter Spannung. Mehr zur Kopfbalance steht im Artikel über Nacken und Rücken.

Messungen stützen diesen Zusammenhang. Bei 25 Lehrerinnen mit anhaltenden Stimmbeschwerden gehörten ein nach vorn geschobener Kopf, ein hochstehendes Zungenbein und verspannte Muskeln unter dem Kinn zu den stärksten Hinweisen auf eine schwache Stimme5. Eine Übersichtsarbeit über acht Untersuchungen mit 303 Lehrkräften fand durchgängig einen nach vorn verlagerten Kopf zusammen mit erhöhter Spannung der Kehlkopf- und Zungenbeinmuskeln6.
Solche Daten zeigen einen Zusammenhang, nicht die Richtung.Aus unserer Sicht steht die Kopfbalance am Anfang dieser Kette.
Selbstversuch: Sag laut „Guten Morgen“, einmal mit weit vorgeschobenem Kopf und einmal mit aufgerichtetem Kopf. Was merkst du?
Kehlkopfspannung
Wenn der Kehlkopf nach oben ausweicht
Beim Sprechen bewegt sich der Kehlkopf fortwährend ein wenig, gelenkt von Muskeln oberhalb und unterhalb des Zungenbeins. Diese Beweglichkeit stellt die Stimmlippen ein.
Die Animation führt vom Mundboden zum Kehlkopf. Oben hängt er am Zungenbein, darunter ziehen lange, flache Muskeln zum Brustbein. Arbeiten beide Seiten ausgewogen, bleibt der Kehlkopf beweglich und die Stimme frei.
Bei der Stimmstörung durch Muskelverspannung, in der Fachsprache Muskelspannungsdysphonie, ist dieses Gleichgewicht verschoben. Der Kehlkopf wird beim Sprechen nach oben gezogen, und die Muskeln drumherum halten fest, statt fein zu steuern.
wurden beim Tönen geröntgt. Bei Muskelspannungsdysphonie standen Zungenbein und Kehlkopf deutlich höher als in der Vergleichsgruppe ohne Stimmstörung7
wurden per Ultraschall untersucht. Bei Muskelspannungsdysphonie wanderten Zungenbein und Schildknorpel beim Tönen weiter, und je weiter der Kehlkopf wanderte, desto anstrengender war das Sprechen8
Das Muster weicht ab
Mundatmung, eine tief liegende Zunge oder ein nach vorn geschobener Kopf verändern die Ausgangslage im Hals.
Der Körper gleicht aus
Halsmuskeln und Muskeln am Zungenbein übernehmen Haltearbeit. Das Nervensystem speichert den Ausgleich als gewohntes Muster.
Der Kehlkopf verliert Spielraum
Er steht höher, die Stimmlippen arbeiten unter Druck, die Schleimhaut trocknet schneller ab.
Die Stimme meldet sich
Heiserkeit am Abend, Räuspern, Kloßgefühl und Stimmermüdung. Wann und wie stark, hängt vom Ausmaß, von der Dauer und von der Belastung ab.
Diese Kette steht aus unserer Sicht am Anfang vieler Stimmprobleme ohne Befund. Muskeln, die in ihre Funktion eingebunden sind, werden gebraucht und behalten eine ausgewogene Spannung. Muskeln, die ständig ausgleichen müssen, verspannen an der einen Stelle und erschlaffen an der anderen. Läuft die Funktion im Alltag wieder richtig, verteilt sich die Arbeit neu.
Körperspannung
Aufgerichtet, nicht gepresst
Im Video erklärt Dr. Berndsen, warum er beim Sprechen am liebsten steht. Im Stehen findet der Körper leichter eine tragende Grundspannung.
Körperspannung heißt nicht, sich steif zu machen. Wer die Schultern nach hinten zieht, wie es früher mit „steh gerade“ gemeint war, verspannt Nacken und Brustkorb, und der Hals arbeitet mit. Gemeint ist eine lockere Aufrichtung, bei der der Kopf über dem Körper balanciert.
Dann können die Treppenmuskeln ihre Aufgabe erfüllen. Sie ziehen von der Halswirbelsäule zur ersten und zweiten Rippe und heben beim Einatmen den oberen Brustkorb an. Ist der Kopf nach vorn geschoben, arbeiten sie aus unserer Sicht vor allem als Haltemuskeln, und dem Atem fehlt Raum.

Wie ein Zelt mit Spannschnüren
Ein Zelt steht gut, wenn alle Schnüre gleichmäßig ziehen. Zieht eine zu stark, verzieht sich die Plane. So ähnlich sehen wir Hals und Kehlkopf. Kippt der Kopf nach vorn, müssen einzelne Muskeln festhalten, und die Stimmlippen bekommen das zu spüren.
Eine tragfähige Stimme ist kein Kraftakt.Sie entsteht, wenn Atem, Kopfbalance und Kehlkopf zusammenarbeiten. Dann braucht sie wenig Druck und trägt trotzdem.
Training
Stimmtherapie und Training der Basisfunktionen
Bei funktionellen Stimmstörungen gehört die Stimmtherapie in logopädischen Praxen zu den etablierten Wegen. Sie verbindet Stimmübungen mit Atemarbeit, Haltung und Stimmhygiene. Eine Cochrane-Übersicht fand in drei randomisierten Studien, dass diese Kombination die Stimmfunktion gegenüber keiner Behandlung verbessert, in einer Studie über mindestens 14 Wochen9.
Unser Ansatz setzt eine Ebene tiefer an und trainiert die Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance in einem gemeinsamen Ablauf. Dr. Berndsen setzt das Training bei wiederkehrender Heiserkeit ohne organischen Befund regelmäßig ein und beschreibt Patienten, deren Stimme sich dabei stärker verändert hat, als sie erwartet hätten. Das ist Erfahrung aus der Praxis und kein Versprechen. Studien zum FaceFormer bei Heiserkeit gibt es nicht. Das heißt, der Zusammenhang ist nicht geprüft, nicht, dass er nicht besteht.
In der Grundübung liegt der FaceFormer im Mundvorhof, hinter den Lippen und vor den Zähnen. Die Zungenspitze liegt am Referenzpunkt hinter den oberen Schneidezähnen, der Kopf ist aufgerichtet. Du drückst den Lippenkeil zusammen, beißt kurz auf und schluckst. Wie Zungenbein und Kehlkopf dabei zusammenarbeiten, beschreibt der Artikel über das Schlucken.
Ab etwa Woche 6 kommt die Atemübung dazu. Du atmest sechs Sekunden durch die Nase ein, hältst kurz an, beißt auf und schluckst, dann atmest du sechs Sekunden aus. Die Atempause verlängerst du in kleinen Schritten.
- Ab Tag 1
Grundübung
Dreimal täglich wenige Minuten mit dem FaceFormer ZERO.
- Ab etwa Woche 3
Zugübung und Nacht
Die Zugübung kommt dazu, nachts trägst du den ZERO.
- Nach einigen Wochen
Wechsel auf den ONE
Tagsüber nimmst du den ONE. Er ist gleich groß wie der ZERO, nur aus festerem Material.
- Ab etwa Woche 6
Atemübung
Ruhige Nasenatmung mit wachsenden Atempausen.
- Für Fortgeschrittene
Kopf-Balance-Rotation mit Atmung
Atmung und Kopfbalance in einem Ablauf, am besten in Absprache mit einer Praxis.
- Über Monate
Das Muster läuft von selbst
Das Übungsmanual rechnet mit sechs bis zwölf Monaten.
Die kostenlose FaceFormer-App leitet die Grundübungen an, alle Module findest du auf den Übungsseiten, darunter die Kopf-Balance-Rotation mit Atmung. Bei einer akuten Entzündung in Mund, Rachen oder Kehlkopf pausierst du, bis sie abgeklungen ist. Das Training lässt sich mit einer Stimmtherapie kombinieren.
Alltag
Die Stimme im Alltag entlasten
Ist die Stimme nach einem Infekt oder einem langen Tag angeschlagen, hilft vor allem Schonung. Bei wiederkehrender Heiserkeit reicht sie allein aus unserer Sicht nicht. Ein verbreiteter Rat ist dabei mit Vorsicht zu genießen, das Flüstern. In einer Untersuchung an 100 Menschen mit Stimmbeschwerden wurde der Kehlkopf beim normalen Sprechen und beim Flüstern mit einer Kamera beobachtet.
spannten beim Flüstern den Bereich über den Stimmlippen stärker an als beim normalen Sprechen. Bei 18 % änderte sich nichts, bei 13 % war die Spannung geringer10
Leise statt flüstern
Sprich wenig und mit ruhiger, normaler Stimme. Flüstern entlastet den Kehlkopf nicht bei allen, bei vielen strengt es ihn mehr an.
Genug trinken
Wasser hält die Schleimhaut feucht. Eine Übersichtsarbeit fand bessere Stimmwerte nach dem Trinken und schlechtere bei Flüssigkeitsmangel11.
Durch die Nase atmen
Lippen locker aufeinander, die Zunge in der Zungenreferenzlage. In Sprechpausen strömt die Luft durch die Nase nach.
Pausen einplanen
Wer viel spricht, gönnt der Stimme zwischendurch Ruhe, gerade an langen Unterrichts- oder Telefontagen.
Räuspern sparsam
Häufiges Räuspern belastet die Stimmlippen. Ein Schluck Wasser oder bewusstes Schlucken löst das Gefühl oft sanfter.
Kopf über dem Körper
Richte Bildschirm, Pult und Sitz so ein, dass dein Kopf balanciert und nicht nach vorn wandert.
Fragen
Häufig gefragt
Was hilft bei Heiserkeit?
Bei einem Infekt vor allem Schonung. Sprich wenig und mit ruhiger, normaler Stimme, trink ausreichend und atme durch die Nase. Flüstern ist keine Schonung, bei vielen spannt es den Kehlkopf stärker an. Kehrt die Heiserkeit ohne Infekt wiederholt zurück, genügt Schonung aus unserer Sicht nicht, denn dann arbeitet die Stimme im Regelfall unökonomisch. Stimmtherapie hat dafür Belege, das Training der Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance setzt eine Ebene tiefer an.
Wann sollte ich mit Heiserkeit zum Arzt?
Wenn sie länger als drei Wochen anhält. Ohne Wartezeit gehört sie abgeklärt bei Atemnot oder pfeifender Atmung, bei einem Knoten am Hals, nach einer Operation oder Beatmung, wenn du rauchst oder geraucht hast und wenn du beruflich auf deine Stimme angewiesen bist.
Was ist eine funktionelle Stimmstörung?
Eine Stimmstörung, bei der die Stimmlippen selbst gesund sind. Gestört ist ihr Einsatz. Die Stimme ist dann zu schwach und hauchig oder zu gepresst, sie ermüdet schnell und wird bei viel Sprechen heiser. Aus unserer Sicht spielen dabei Atmung, Kopfbalance und die Spannung rund um den Kehlkopf die entscheidende Rolle.
Stimmbänder oder Stimmlippen: Was ist richtig?
Beides gibt es. Die Stimmlippe ist die ganze schwingende Falte im Kehlkopf, im Kern ein Muskel. Das Stimmband ist die elastische Schicht aus Kollagen darüber, und über allem liegt die Schleimhaut. Umgangssprachlich sagt man Stimmbänder und meint damit die Stimmlippen.
Warum bin ich oft heiser, ohne erkältet zu sein?
Hat die HNO-Praxis keinen krankhaften Befund gefunden, arbeitet die Stimme aus unserer Sicht im Regelfall unökonomisch. Häufige Gründe sind viel Sprechen ohne Pausen, Mundatmung, die die Schleimhaut austrocknet, ein nach vorn geschobener Kopf und ein Kehlkopf, der beim Sprechen festgehalten wird. Diese Muster lassen sich trainieren.
Kann Mundatmung heiser machen?
Sie kann dazu beitragen. In einer Studie an 20 gesunden Frauen stieg nach 15 Minuten Mundatmung der Luftdruck, den die Stimmlippen zum Anschwingen brauchen, nach Nasenatmung sank er. Nachts, wenn Mundatmung über Stunden anhält, fällt das aus unserer Sicht besonders ins Gewicht.
Welche Rolle spielt die Kopfbalance für die Stimme?
Der Kehlkopf hängt am Zungenbein, das in Muskelzügen zwischen Schädel, Unterkiefer und Brustbein aufgehängt ist. Wandert der Kopf nach vorn, verändern sich diese Zuglinien. Bei Lehrkräften mit Stimmbeschwerden gehörte ein nach vorn geschobener Kopf zu den Merkmalen, die mit einer schwächeren Stimme zusammenhingen.
Kann ich bei Heiserkeit mit dem FaceFormer trainieren?
Bei häufiger Heiserkeit ohne krankhaften Befund trainierst du mit dem FaceFormer die Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance, auf denen die Stimme aufbaut. Bei einer akuten Entzündung in Mund, Rachen oder Kehlkopf pausierst du, bis sie abgeklungen ist. Studien zum FaceFormer bei Stimmstörungen gibt es nicht. Eine Stimmtherapie lässt sich mit dem Training kombinieren.
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Dein Weg weiter

Quellen
- Stachler RJ, Francis DO, Schwartz SR et al. (2018). Clinical Practice Guideline: Hoarseness (Dysphonia) (Update). Otolaryngology Head and Neck Surgery 158(1_suppl):S1-S42. PMID 29494321. Quelle
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- Sivasankar M, Fisher KV (2002). Oral breathing increases Pth and vocal effort by superficial drying of vocal fold mucosa. Journal of Voice 16(2):172-181. PMID 12150370. Quelle
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- Kooijman PG, de Jong FI, Oudes MJ, Huinck W, van Acht H, Graamans K (2005). Muscular tension and body posture in relation to voice handicap and voice quality in teachers with persistent voice complaints. Folia Phoniatrica et Logopaedica 57(3):134-147. PMID 15914997. Quelle
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- Lowell SY, Kelley RT, Colton RH, Smith PB, Portnoy JE (2012). Position of the hyoid and larynx in people with muscle tension dysphonia. The Laryngoscope 122(2):370-377. PMID 22252849. Quelle
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