
Fachartikel Zunge
MewingDie richtige Stelle, der falsche Weg
Zunge an den Gaumen, Lippen zu, und die Kieferlinie wird markanter? Hier erfährst du, was Mewing richtig beschreibt, warum Halten und Pressen nicht dasselbe sind wie ein gelerntes Muster, was Studien zu Kautraining und Jawline zeigen und wie die Zunge über Atmung, Schlucken und Kopfbalance ihren Platz findet.
Kennst du das?
Mewing im Alltag: Was trifft auf dich zu?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Treffen zwei oder mehr Punkte zu, lohnt sich ein genauerer Blick. Solche Zeichen zeigen häufig, dass die Zunge mit Kraft und Aufmerksamkeit gehalten wird, statt sich aus einem Muster heraus einzustellen. Das lässt sich trainieren.
Warum Halten nicht reichtWas die Zunge oben hältDas Wichtigste in Kürze
- Mewing beschreibt die Stelle richtig: Die Zungenspitze gehört an den vorderen Gaumen, die Lippen sind geschlossen, geatmet wird durch die Nase.
- Der Unterschied liegt im Weg. Beim Mewing wird eine Stellung bewusst und oft mit Kraft gehalten, im Alltag trägt aber nur ein Muster, das über Atmung, Schlucken und Kopfbalance von selbst abläuft. Deshalb halten wir Mewing für den falschen Ansatz.
- Eine kontrollierte Studie, die eine markantere Kieferlinie durch Mewing belegt, gibt es bisher nicht. Das FaceFormer-Training zielt auf die Funktion, nicht auf das Aussehen.
Video
Mewing: Was macht das Training wirklich?
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Der Trend
Was ist Mewing?
Wer nach „Mewing“ sucht, findet Anleitungen, Vorher-Nachher-Bilder und das Versprechen einer markanten Kieferlinie.
Mewing ist eine Anleitung zur Zungenhaltung. Die Zunge wird flach und breit an den Gaumen gelegt und dort über den Tag gehalten, die Lippen bleiben geschlossen, geatmet wird durch die Nase. Der Name geht auf eine britische Kieferorthopäden-Familie zurück, die die Idee bekannt gemacht hat. Verbreitet hat sich Mewing über soziale Medien, oft verbunden mit der Hoffnung auf eine markantere Kieferlinie, im Englischen „Jawline“.
Soft Mewing
Die Zunge liegt locker am Gaumen und wird über den Tag bewusst dort gehalten. Das ist die Grundform der Anleitung.
Hard Mewing
Die Zunge wird zusätzlich mit Kraft gegen den Gaumen gedrückt, oft minutenlang. Mehr Druck soll schneller zum Ziel führen.
Kautraining
Viele Anleitungen ergänzen langes Kauen mit hartem Kaugummi oder Kaugeräten. Der Kaumuskel soll dadurch kräftiger und sichtbarer werden.
Eine Auswertung sozialer Medien der Universität São Paulo ordnet Mewing dem sogenannten „Looksmaxxing“ zu, also Praktiken, mit denen vor allem junge Männer ihr Aussehen verbessern wollen. Rund drei Viertel der Beiträge unter #mewing stammten dort von Männern1. Das erklärt, warum die Debatte fast nur um das Aussehen kreist und selten um die Funktion.
Was meinst du: Welcher Muskel prägt die sichtbare Kieferlinie am stärksten?
Einordnung
Funktioniert Mewing? Was es richtig sieht
Zum Teil. Die Stelle, an die Mewing die Zunge legt, ist richtig: Die Zungenspitze gehört an den vorderen Gaumen. Der Weg dorthin trägt aber nicht, denn eine bewusst und oft mit Kraft gehaltene Stellung verschwindet, sobald die Aufmerksamkeit woanders ist.
Die Stelle stimmt. Die Zungenspitze gehört an die kleine Erhebung hinter den oberen Schneidezähnen, der Zungenrücken legt sich beim Schlucken an den Gaumen, die Lippen sind locker geschlossen, die Luft nimmt den Weg durch die Nase. Wir nennen das die Zungenreferenzlage. Wo genau die Stelle liegt und warum es eine starre „Zungenruhelage“ so nicht gibt, erklären wir im Artikel Zungenruhelage und Zungenreferenzlage.
Auch der Grundgedanke hat eine fachliche Wurzel. Der Kieferorthopäde William Proffit kam 1978 in einer vielzitierten Übersicht zu dem Schluss, dass für die Stellung der Zähne vor allem die Ruhedrücke von Zunge und Lippen zählen. Die Atmung beeinflusst dabei, wie Kopf, Kiefer und Zunge gehalten werden2.
Mewing greift also eine richtige Beobachtung auf. Wie die Zunge über den Tag liegt, ist nicht gleichgültig. Offen bleibt, wie sie dorthin kommt und ob sie dort bleibt, wenn du nicht an sie denkst.

Die Richtung stimmt. Entscheidend ist, wie die Zunge dorthin kommt.Eine Stellung, die nur mit Aufmerksamkeit gehalten wird, verschwindet mit der Aufmerksamkeit. Ein gelerntes Muster bleibt.
Halten oder lernen
Warum Halten nicht reicht
Mewing ist eine bewusste Anweisung. Solange du daran denkst, liegt die Zunge oben. Im Gespräch, bei der Arbeit oder im Schlaf ist die Aufmerksamkeit woanders, und das alte Muster übernimmt. Zwei Befunde zeigen, warum gerade das zählt, einmal zur Dauer und einmal zur Muskelarbeit.
der Zeit: So lange wirkte eine kleine Gegenkraft auf einen durchbrechenden Kaninchenzahn und zeigte dabei kaum Wirkung3
der Zeit reichten, damit dieselbe Kraft so wirkte wie eine Dauerkraft. Die Dauer zählte mehr als die Stärke3
legten die Zunge auf Anweisung an den vorderen Gaumen. Der Schläfenmuskel und die Muskeln unter dem Kinn wurden messbar aktiver, der Kaumuskel Masseter nicht4
Der Tierversuch ist nicht auf Menschen übertragbar, er zeigt aber ein Prinzip: Was über viele Stunden anliegt, wirkt, nicht was kurz und kräftig drückt. Und schon das bewusste Platzieren der Zunge ist Muskelarbeit. Die Autoren der Untersuchung aus Kentucky raten deshalb zur Vorsicht, diese Stellung als „Ruhe“ zu bezeichnen. Das spricht nicht gegen die Stelle, aber dagegen, sie mit Willen festzuhalten.
Wie das Gleichgewicht auf dem Fahrrad
Wer beim Radfahren den Lenker krampfhaft festhält, fährt unsicherer. Das Gleichgewicht entsteht aus vielen kleinen Korrekturen, die ohne Nachdenken ablaufen. Ähnlich ist es mit der Zunge: Die Zungenreferenzlage ist keine festgehaltene Stellung, sondern das Ergebnis eines Musters, das bei jedem Atemzug und jedem Schluck nachgeführt wird.
Hard Mewing
Warum Pressen nicht das Ziel ist
Beim Hard Mewing gilt mehr Druck als mehr Fortschritt. Aus unserer Sicht ist anhaltender, statischer Druck der Zunge gegen den Gaumen kein natürlicher Zustand. Wird die Zungenspitze mit Kraft nach oben gepresst, ohne dass das in Schlucken und Atmung eingebunden ist, arbeiten häufig Kinnmuskel, Kieferöffner und Mundboden mit. Es entstehen Fehlspannungen, die das eigentliche Problem eher verstärken.
Die Zunge wird gepresst
Die Zungenspitze drückt mit Kraft gegen den Gaumen, oft über Minuten und ohne Schluck.
Der Mundboden spannt mit
Die Muskeln unter dem Kinn halten gegen. Sie hängen am Zungenbein und reagieren auf jede Kraft der Zunge.
Kinn und Kiefer helfen
Kinnmuskel und Kaumuskeln springen ein, bei vielen beißen die Zähne dabei zusammen.
Das Nervensystem lernt Kraft
Wiederholt wird eine Haltearbeit, nicht der Ablauf, in dem die Zunge ihre Aufgabe hat.
Spannung wird spürbar
Ziehen unter dem Kinn, Druck im Kiefer oder Verspannungen im Nacken können am Ende stehen.
Kräftiges Drücken der Zunge gegen den harten Gaumen ist in der Schlucktherapie eine bekannte Übungsform. Eine Übersichtsarbeit aus Toronto fand sieben Studien, die ein solches Krafttraining der Zunge mit einer Röntgenaufnahme des Schluckens überprüft hatten. Ob das Schlucken selbst davon profitierte, blieb uneinheitlich, eine gemeinsame Auswertung war nicht möglich5. Kraft ist eine Teilleistung, Schlucken ist eine Abfolge.
Spürst du nach dem Mewing Spannung unter dem Kinn, im Kiefer oder im Nacken, arbeitet Kraft statt Form. Lass die Zunge locker am Gaumen anliegen und löse die Zähne voneinander.
Selbstversuch
Welcher Muskel macht die Kieferlinie?
Leg zwei Finger auf die Wange, etwas vor und über dem Kieferwinkel. Drück jetzt die Zunge an den Gaumen, ohne dass sich die Zähne berühren. Danach beißt du kurz auf die Backenzähne.
Unter den Fingern liegt der Masseter, der kräftigste Kaumuskel. Er springt beim Zubeißen an, beim Zungendruck bleibt er ruhig. Das passt zur Messung aus Kentucky, in der sich der Masseter mit der Zungenstellung nicht veränderte4. Über die Zunge lässt er sich nicht trainieren.

Was hast du gespürt?
Jawline
Jawline durch Kautraining? Was Studien zeigen
Weil die Zunge den Kaumuskel nicht erreicht, ergänzen viele Anleitungen das Mewing um Kautraining mit hartem Kaugummi oder speziellen Kaugeräten. Dass sich Kaumuskeln trainieren lassen, ist gut belegt. Weniger klar ist, was daraus für Kiefer und Gelenk folgt.
je eine Stunde harter Kaugummi: Die maximale Beißkraft stieg deutlich, die Ausdauer beim Zusammenbeißen blieb gleich6
Kauen von hartem Kaugummi steigerten Schmerz und Ermüdung der Kaumuskeln, nach zehn Minuten Pause waren die Werte fast wieder am Ausgangspunkt7
mit Kopfschmerz und täglichem Kaugummikauen ging es nach einem Monat Pause besser. Eine Vergleichsgruppe gab es nicht8
Ein bleibender Schaden am Kiefergelenk durch Dauerkauen ist beim Menschen nicht nachgewiesen, unbedenklich ist damit aber ebenso wenig gezeigt. Die Untersuchungen waren klein, und eine unbelastete Vergleichsgruppe fehlte. Mechanisch arbeitet der Unterkiefer als Hebel, und das Gelenk muss umso mehr Kraft auffangen, je weiter vorn gebissen wird. Dass mehr Kaukraft den Kiefer eines Erwachsenen breiter formt, ist nicht nachgewiesen.
Ein Kaugummi erreicht zudem nie den Punkt, an dem das Kauen mit einem Schluck endet. Ein Bissen wird zerkleinert und geschluckt, der Kaugummi bleibt. Nach unserer Auffassung trainiert Dauerkauen Kraft außerhalb des physiologischen Musters und kann eine bestehende Dysbalance eher festigen, wie wir es bei CMD sehen. Mehr zu Kiefergelenk und Kaumuskeln liest du unter CMD verstehen.
Der Mechanismus
Was die Zunge oben hält
Probier es aus: Leg die Zunge an den Gaumen, schließ die Lippen und schluck einmal. Danach fühlt sich die Zunge an, als klebe sie oben fest. Im geschlossenen Mund ist ein leichter Unterdruck entstanden, der sie dort hält. Dafür braucht es keine Kraft, sondern geschlossene Lippen, Nasenatmung und einen vollständigen Schluck.
Geschluckt wird viele hundert bis tausend Mal am Tag11. Jeder vollständige Schluck erneuert diesen Kontakt, ein Schluck mit tief liegender Zunge festigt dagegen das alte Muster. Deshalb setzt das Training am Schlucken an und nicht an einer gehaltenen Stellung. Wie der Schluckablauf im Einzelnen funktioniert, erklärt der Artikel Schlucken und Schluckstörung.
Die Triade
Warum die Zunge nicht allein trainiert wird
Die Zunge liegt mitten in den drei Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Sie findet ihren Platz nur, wenn alle drei mitspielen.
Ist die Nase oft verlegt, öffnet sich der Mund, und die Zunge sinkt nach unten, um Platz für die Luft zu machen. Schiebt sich der Kopf nach vorn, verändern sich die Beziehungen von Unterkiefer, Zunge und Hals. In beiden Fällen lässt sich die Zunge zwar kurz nach oben holen, sie bleibt dort aber nicht.
Deshalb reicht es nicht, nur die Zunge zu korrigieren. Wie frei die Nase ist, beschreibt der Artikel Nasenscheidewand verkrümmt, was Mundatmung nachts bedeutet, liest du unter Schnarchen und Schlafapnoe.
Das Muster weicht ab
Mundatmung, eine tief liegende Zunge und ein nach vorn verlagerter Kopf lösen die Referenzordnung ab.
Der Körper gleicht aus
Lippen, Kinn, Mundboden und Nacken übernehmen Haltearbeit. Das Nervensystem speichert den Ausgleich als bevorzugtes Muster.
Strukturen passen sich an
Mit der Zeit können sich Gaumenform, Zahnstellung und Haltung verändern.
Beschwerden werden sichtbar
Erst am Ende vieler solcher Ketten stehen Beschwerden. Wann und wie stark, hängt von Ausmaß, Dauer und Lebensalter ab.
Wir halten Mewing deshalb für den falschen Ansatz. Es setzt an einer einzigen Stelle dieser Kette an und versucht, sie mit Willen zu korrigieren. Wer die Zunge bewusst an den Gaumen presst, übt Halten und Kraft unter Aufmerksamkeit, das Muster, das im Alltag und im Schlaf von selbst läuft, entsteht so nicht. Dafür braucht es das Training der Funktion selbst, also Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Dort setzt das FaceFormer-Training an.
Evidenz
Verändert Mewing den Kiefer? Ehrlich eingeordnet
In der medizinischen Datenbank PubMed finden sich zu Mewing Kommentare und Auswertungen sozialer Medien, aber keine kontrollierte Studie, die prüft, ob Mewing Kieferlinie oder Gesichtsform verändert (Stand September 2026). Vorher-Nachher-Bilder helfen dabei wenig. Licht, Kopfbalance, Kamerawinkel und Körpergewicht verändern die Kontur, und ein Foto trennt Knochen, Muskel und Weichgewebe nicht.
Im Wachstum ist die Lage anders. Nach der Entfernung vergrößerter Rachenmandeln wuchs der Unterkiefer bei 38 schwedischen Kindern über fünf Jahre in eine flachere, stärker horizontale Richtung als bei 37 Vergleichskindern, bei den Mädchen deutlich, bei den Jungen nur als Trend9. Die Atmung beeinflusst also, wie ein Kiefer wächst.

Aus dem Fehlen einer Untersuchung folgt nicht, dass der Zusammenhang nicht besteht. Es folgt, dass er nicht geprüft ist.Das gilt für Mewing und ebenso für jedes andere Training. Für eine nachträgliche Verbreiterung des Kiefers bei Erwachsenen fehlt der Nachweis.
Auch für die FaceFormer-Therapie gilt diese Ehrlichkeit. Die einzige randomisierte Studie stammt aus Hamburg und untersuchte 45 Kinder zwischen drei und sechzehn Jahren über sechs Monate. In der FaceFormer-Gruppe lag die Zunge beim Schlucken häufiger am Gaumen, der Mundschluss stellte sich schneller ein10. Die Gruppen waren klein, gemessen wurden Basisfunktionen und nicht die Gesichtsform. Einordnung und Grenzen findest du unter Studien und Wissenschaft.
Training
Vom Halten zum Muster
Im FaceFormer-Training entsteht die Zungenreferenzlage aus dem Ablauf, nicht aus einer Anweisung. Der FaceFormer liegt im Mundvorhof, vor den Zähnen und hinter den Lippen. Die Zungenspitze liegt am Referenzpunkt, du atmest durch die Nase, der Kopf balanciert aufrecht.
In der Grundübung drückst du den FaceFormer mit den Lippen zusammen, beißt mit den Backenzähnen kurz auf, wie bei einem normalen Schluck, und schluckst. Der Unterdruck zieht die Zunge an den Gaumen, danach entspannst du Lippen und Kiefer.

In der Zugübung ziehst du den FaceFormer mit zwei Fingern nach vorn, nur so fest, wie deine Lippen ihn halten können. Der Mundboden arbeitet dabei mit, aber im Ablauf und im Wechsel mit Entspannung, nicht als Dauerdruck.
Der Unterschied zum Mewing liegt nicht in der Stelle, sondern darin, dass Lippenschluss, Nasenatmung, Zunge, Schlucken und Kopfbalance gleichzeitig geübt werden.
- Ab Tag 1
Grundübung mit dem ZERO
Dreimal täglich wenige Minuten mit dem FaceFormer ZERO, die kostenlose App gibt Takt und Wiederholungen vor.
- Ab der zweiten Woche
Nacht und Zugübung
Nachts trägst du den ZERO, sobald die Grundübung sitzt. Die Zugübung kommt nach Anleitung der Übungsseiten dazu.
- Nach einigen Wochen
Wechsel auf den ONE
Tagsüber trainierst du mit dem FaceFormer ONE. Er ist gleich groß und geformt wie der ZERO, nur aus festerem Material.
- Über sechs bis zwölf Monate
Das Muster läuft von selbst
Ein altes Muster wird nicht durch Einsicht aufgegeben, sondern durch häufige, genaue Wiederholung verdrängt. Danach folgt ein Erhaltungstraining.
Zu Beginn sind müde Muskeln oder Druck an den Zähnen häufig. Dann pausierst du kurz und machst mit weniger Wiederholungen weiter. Bei akuten Entzündungen im Mund, frischen Operationen oder einer akuten Kiefergelenksblockade mit starken Schmerzen sprichst du vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Trainierst du mit einer Praxis, stimmst du den Plan dort ab.
Alltag
Statt Mewing: Alltag mit Zungenreferenzlage
Anlegen statt pressen
Die Zungenspitze berührt den Referenzpunkt, sie drückt nicht. Spannung unter dem Kinn heißt: zu viel.
Zähne in der Schwebe
Außer beim Kauen und Schlucken haben die Zahnreihen keinen Kontakt. Ertappst du dich beim Zusammenbeißen, löse die Zähne.
Kaugummi weglassen
Dauerkauen stört aus unserer Sicht die Musterbildung. Kaue beim Essen gründlich, danach hat der Kiefer Pause.
Lippen zu, Nase auf
Mit locker geschlossenen Lippen und Nasenatmung hält der Unterdruck die Zunge fast von selbst am Gaumen.
Richtig schlucken
Nimm dir ab und zu einen bewussten, vollständigen Schluck mit geschlossenen Lippen vor. Er erneuert den Kontakt am Gaumen.
Kopf über dem Körper
Stell Bildschirm und Sitz so ein, dass dein Kopf balanciert und nicht nach vorn wandert.
Keine Vorher-Nachher-Jagd
Miss deinen Fortschritt an Mundschluss, Nasenatmung und Schlucken, nicht an Fotos vom Profil.
Fragen
Häufig gefragt
Was ist Mewing?
Mewing ist eine Anleitung, die Zunge flach an den Gaumen zu legen und dort über den Tag zu halten, bei geschlossenen Lippen und Nasenatmung. Verbreitet hat es sich über soziale Medien, oft mit dem Ziel einer markanteren Kieferlinie. Beim Hard Mewing wird die Zunge zusätzlich mit Kraft angedrückt.
Funktioniert Mewing?
Zum Teil: Die Stelle stimmt, der Weg nicht. Die Zungenspitze gehört an den vorderen Gaumen, das beschreibt Mewing richtig. Eine Stellung, die man bewusst hält oder presst, verschwindet aber, sobald die Aufmerksamkeit woanders ist, und Dauerdruck spannt Mundboden und Kiefer mit an. Dauerhaft trägt aus unserer Sicht nur ein Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Dass Mewing die Kieferlinie verändert, ist in kontrollierten Studien nicht belegt.
Ist Mewing gefährlich?
Lockeres Anlegen der Zunge am Gaumen ist unbedenklich, es entspricht der Zungenreferenzlage. Kritisch sehen wir anhaltendes Pressen, Zusammenbeißen und Dauerkauen mit hartem Kaugummi. Dabei arbeiten Mundboden, Kinn und Kaumuskeln mit Kraft außerhalb ihres natürlichen Ablaufs, und nach unserer Auffassung kann das Fehlspannungen und eine bestehende Dysbalance am Kiefergelenk festigen. Bleibende Schäden sind nicht nachgewiesen, unbedenklich ist damit aber ebenso wenig gezeigt.
Wie geht Mewing richtig?
Wenn du Mewing ausprobierst, dann ohne Kraft. Die Zungenspitze liegt hinter den oberen Schneidezähnen an, die Zähne berühren sich nicht, die Lippen sind locker geschlossen, du atmest durch die Nase. Dauerhaft trägt diese Lage aber erst, wenn sie über Schlucken, Atmung und Kopfbalance als Muster gelernt ist.
Was zeigen Mewing-Vorher-Nachher-Bilder?
Wenig Verlässliches. Licht, Kopfbalance, Kamerawinkel und Körpergewicht verändern die sichtbare Kontur, und ein Foto trennt Knochen, Muskel und Weichgewebe nicht. Eine Veränderung auf dem Bild belegt deshalb nicht, dass sich der Kiefer verändert hat.
Bekomme ich durch Mewing eine Jawline?
Der Muskel, der die Kontur am Kieferwinkel prägt, ist der Masseter. Er arbeitet beim Zubeißen, nicht beim Zungendruck. Eine kräftigere Kontur beim Mewing kommt eher vom Mitbeißen oder vom Kautraining. Für eine Verbreiterung des erwachsenen Kiefers durch Training fehlt der Nachweis.
Kann ich Mewing und das FaceFormer-Training kombinieren?
Das bewusste Pressen lässt du am besten weg. Die richtige Stelle der Zunge übst du im FaceFormer-Training ohnehin, allerdings im Ablauf mit Lippenschluss, Nasenatmung, Schlucken und Kopfbalance. Zwischen den Einheiten reicht es, die Zunge locker anliegen zu lassen.
Ist Mewing für Kinder geeignet?
Kinder lernen Muster über Wiederholung im Alltag, nicht über Dauerhalten. Steht der Mund eines Kindes oft offen oder liegt die Zunge tief, lohnt ein Blick auf Atmung und Schlucken. Mehr dazu liest du unter FaceFormer für Kinder.
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Dein Weg weiter

Quellen
- Grillo R, Fernandes LA, Rodrigues Dos Santos LA, Lima BC, Brozoski MA, Spagnol G (2026). Dangerous trends on social media related to facial esthetics: Analysis of looksmaxxing and its softmaxxing and hardmaxxing practices. Journal of Stomatology, Oral and Maxillofacial Surgery 127(5):102971. PMID 42674114. Quelle
- Proffit WR (1978). Equilibrium theory revisited: factors influencing position of the teeth. The Angle Orthodontist 48(3):175-186. PMID 280125. Quelle
- Proffit WR, Sellers KT (1986). The effect of intermittent forces on eruption of the rabbit incisor. Journal of Dental Research 65(2):118-122. PMID 3455965. Quelle
- Carlson CR, Sherman JJ, Studts JL, Bertrand PM (1997). The effects of tongue position on mandibular muscle activity. Journal of Orofacial Pain 11(4):291-297. PMID 9656904. Quelle
- Smaoui S, Langridge A, Steele CM (2020). The Effect of Lingual Resistance Training Interventions on Adult Swallow Function: A Systematic Review. Dysphagia 35(5):745-761. PMID 31612288. Quelle
- Kiliaridis S, Tzakis MG, Carlsson GE (1995). Effects of fatigue and chewing training on maximal bite force and endurance. American Journal of Orthodontics and Dentofacial Orthopedics 107(4):372-378. PMID 7709901. Quelle
- Farella M, Bakke M, Michelotti A, Martina R (2001). Effects of prolonged gum chewing on pain and fatigue in human jaw muscles. European Journal of Oral Sciences 109(2):81-85. PMID 11347660. Quelle
- Watemberg N, Matar M, Har-Gil M, Mahajnah M (2014). The influence of excessive chewing gum use on headache frequency and severity among adolescents. Pediatric Neurology 50(1):69-72. PMID 24188910. Quelle
- Linder-Aronson S, Woodside DG, Lundström A (1986). Mandibular growth direction following adenoidectomy. American Journal of Orthodontics 89(4):273-284. PMID 3515955. Quelle
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- Lear CS, Flanagan JB, Moorrees CF (1965). The frequency of deglutition in man. Archives of Oral Biology 10:83-100. PMID 14262163. Quelle
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