
Fachartikel Nasenatmung
Mouth TapingWarum ein Pflaster keinen Mundschluss lernt
Den Mund nachts zukleben, damit du durch die Nase atmest? Hier erfährst du, was Mouth Taping verspricht, was Studien dazu zeigen, wo das Risiko liegt und warum ein Pflaster nur einen passiven Mundschluss erzeugt. Der aktive Mundschluss entsteht im Zusammenspiel von Atmung, Schlucken und Kopfbalance.
Kennst du das?
Der Mund geht nachts auf, und das Pflaster soll ihn zuhalten?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Treffen mehrere Punkte zu, atmest du nachts wahrscheinlich zumindest zeitweise durch den Mund. Das Ziel, im Schlaf durch die Nase zu atmen, ist richtig. Entscheidend ist der Weg dorthin, also ob der Mund von außen gehalten wird oder von innen schließt. Das zweite lässt sich trainieren.
Was Studien zeigenPassiver und aktiver MundschlussDas Wichtigste in Kürze
- Mouth Taping hält den Mund von außen zu. Das ist ein passiver Mundschluss, Lippen und Zunge arbeiten kaum mit. Am Muster, das den Mund nachts öffnet, ändert das Tape aus unserer Sicht nichts.
- Die Studienlage ist dünn. Eine systematische Übersicht fand 2025 nur zehn kleine Studien, zwei davon mit messbarer Besserung. Als Risiko nennt sie das Ersticken bei verlegter Nase.
- Der aktive Mundschluss entsteht aus Lippenkontakt, Zungenreferenzlage und Unterdruck bei Nasenatmung. Er ist ein Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance, und Muster lassen sich trainieren.
Video
Mouth Taping: Der Weg zum natürlichen Mundschluss
Das Video lädt erst nach dem Klick. Dann werden Daten an YouTube (Google) übertragen.
Der Trend
Mouth Taping: Mund zukleben für die Nasenatmung
Ein Streifen Tape über den Lippen, und die Nacht soll ruhiger werden. Die Idee hat in sozialen Netzwerken ein großes Publikum gefunden.
Im TV: In „JENKE. Experiment. Schlaflos“ (ProSieben, 08.10.2026) geht es um schlechten Schlaf und seine Folgen. Auch der FaceFormer ist in der Sendung zu sehen, im Zusammenhang mit Schlaf und Körperhaltung. Sendung kostenlos bei Joyn ansehen
Beim Mouth Taping klebst du dir vor dem Schlafen ein Pflaster oder einen Streifen Tape über die Lippen. Im Handel heißt das Mundpflaster, Mundtape oder Sleep Tape. Der Mund soll geschlossen bleiben, die Atemluft durch die Nase strömen. Die Überlegung wirkt plausibel. Wenn die Luft nachts einen ungünstigen Weg nimmt, wird dieser Weg verschlossen, und die Atmung wird zur Nase gelenkt.
Wie stark der Trend über soziale Netzwerke läuft, hat eine Arbeitsgruppe der Universität Foggia in Italien untersucht. Sie wertete 390 Instagram-Videos mit dem Stichwort #mouthtape aus und prüfte, wer sie veröffentlicht hatte und welche Haltung sie vertraten1.
der 390 ausgewerteten Instagram-Videos warben für das Zukleben des Mundes1
dieser Videos stammten von Firmen1
wurden von medizinischen Fachleuten veröffentlicht1
Zustimmende Beiträge wurden dort deutlich häufiger geteilt als kritische, unabhängig davon, wie gut ihre Aussagen belegt waren. Das erklärt, warum so viele Menschen von Mouth Taping gehört haben, lange bevor sie eine Studie dazu gesehen haben.
Nasenatmung nachts
Warum Nasenatmung nachts zählt
Das Ziel hinter dem Tape ist richtig. Im Schlaf ist die Nase der vorgesehene Atemweg.
Gesunde Menschen mit freier Nase atmen im Schlaf nahezu ausschließlich durch die Nase. Eine Arbeitsgruppe der Queen’s University im kanadischen Kingston wollte wissen, warum. Zwölf gesunde Erwachsene schliefen einmal mit Nasenatmung und einmal mit Mundatmung, in zufälliger Reihenfolge. Gemessen wurden der Widerstand der oberen Atemwege und die Zahl der nächtlichen Atemaussetzer2.
Widerstand der oberen Atemwege im Schlaf bei Mund- gegenüber Nasenatmung, im Median, gemessen in Zentimetern Wassersäule je Liter und Sekunde2
Atemaussetzer und Atemflussminderungen traten im Mittel auf, wenn die Teilnehmenden durch den Mund atmeten2
waren es bei Nasenatmung in derselben Untersuchung2
Im Wachzustand fand sich dieser Unterschied nicht. Erst im Schlaf, wenn die Muskelspannung sinkt, wird der Weg der Luft entscheidend. Aus unserer Sicht liegt das daran, dass bei offenem Mund der Unterkiefer absinkt und die Zunge ihm nach hinten unten folgt. Damit verliert der Rachen seine Stütze und wird enger. Die Nasenatmung bringt im Schlaf also einen mechanischen Vorteil.
Bei Nasenatmung im Schlaf bleibt der Unterkiefer eher vorn, die Zunge am Gaumen, und die Nase filtert, wärmt und befeuchtet die Luft. Wenn man dieser Logik folgt, liegt der Schluss nahe, dass Nasenatmung Schnarchen und Infekten der oberen Atemwege weniger Angriffsfläche bietet.
Nächtliche Mundatmung merkst du oft erst am Morgen, etwa an einem trockenen Mund. Was hinter der Mundtrockenheit steckt, liest du in einem eigenen Beitrag. Schnarchst du laut und werden dir Atemaussetzer berichtet, gehört eine Messung im Schlaflabor an den Anfang, denn sie zeigt dir, wo du stehst.
3D-Film
Nasenatmung im Schlaf, ohne Pflaster
Die Animation zeigt das Einatmen im Schlaf, in Rückenlage und im Seitenschnitt. Der Mund ist geschlossen, verklebt ist nichts.
Mundschluss
Passiver und aktiver Mundschluss
Ein zugeklebter und ein von selbst geschlossener Mund sehen von außen gleich aus. Innen läuft etwas völlig anderes ab.
Ein Pflaster hält die Lippen von außen zusammen. Das ist ein passiver Mundschluss. Die Lippen sind geschlossen, ihre Muskeln arbeiten dabei kaum mit. Beim aktiven Mundschluss schließt der Mund von innen heraus, gesteuert vom Nervensystem, ohne dass du daran denken musst. Drei Bedingungen tragen ihn gemeinsam.
Lippen liegen aneinander
Sie berühren sich locker, ohne zu pressen. Gegen einen Luftstrom müssen sie nicht abdichten, weil durch den Mund keiner fließt.
Zunge am Gaumen
Die Zungenspitze liegt an ihrem Referenzpunkt hinter den oberen Schneidezähnen, der Zungenrücken am Gaumen. Das ist die Zungenreferenzlage.
Leichter Unterdruck
Bei Nasenatmung entsteht im Mundraum ein leichter Unterdruck gegenüber der Außenluft. Er hält Zunge und Lippen fast von selbst in ihrer Lage.
Diese drei Bedingungen stützen sich gegenseitig. Liegt die Zunge am Gaumen, fließt durch den Mund praktisch keine Luft, und die Lippen brauchen kaum Kraft. Fällt die Zunge nach unten, kehrt sich das um. Dann muss der Verschluss vorn erzeugt werden, gegen den Luftstrom und ohne inneres Widerlager. Aus einer ruhigen Grundstellung wird Haltearbeit, und Haltearbeit lässt im Schlaf als Erstes nach.
Deshalb raten wir von Mundtape ab. Es hält den Mund von außen geschlossen, an Lippenschluss, Zungenreferenzlage und Nasenatmung übt es nichts ein. Warum der Mund nachts aufgeht, bleibt damit unbeantwortet.
Wie eine Tür, die nicht ins Schloss fällt
Ein Tape hält eine Tür von außen zu. Das Training richtet Scharnier, Schloss und Rahmen, damit sie von selbst schließt. Lässt der Druck von außen nach, geht die Tür wieder auf, denn an Scharnier und Rahmen hat sich nichts geändert.
Passiver Mundschluss (Tape)
- Die Lippen werden von außen zusammengehalten
- Die Lippenmuskeln arbeiten kaum mit
- Zunge, Schlucken und Kopfbalance bleiben unberührt
- Ohne Tape gilt das bisherige Muster
Aktiver Mundschluss
- Die Lippen liegen von selbst locker aneinander
- Zunge, Lippen und Unterdruck halten sich gegenseitig
- Eingebunden in Atmung, Schlucken und Kopfbalance
- Läuft als gespeichertes Muster, auch im Schlaf
Beide Wege wollen, dass der Mund nachts geschlossen bleibt. Sie unterscheiden sich darin, ob der Verschluss gehalten oder gelernt wird.
Selbsttest
Es fehlt nicht an Kraft
Ein offener Mund gilt oft als Zeichen schwacher Lippen. Ein kurzer Test zeigt, warum diese Erklärung zu kurz greift.
Was davon gelingt dir ohne Mühe?
Viele Menschen, deren Mund im Alltag offen steht, können kräftig pfeifen oder einen Luftballon aufblasen. Die Lippen leisten dabei ein Vielfaches dessen, was ein geschlossener Mund verlangt. Der Mund steht trotzdem offen. Was fehlt, ist aus unserer Sicht im Regelfall keine Kraft, sondern eine Grundstellung, die das Nervensystem ohne Aufmerksamkeit verwaltet, am Tag wie in der Nacht.
Mundschluss ist keine Frage der Kraft. Er ist eine Grundstellung.Sie entsteht im Zusammenspiel von Lippen, Zunge und Nasenatmung, und das Nervensystem hält sie rund um die Uhr, auch im Schlaf.
Hier liegt der Kern unserer Kritik am Mouth Taping. Ein Pflaster verlangt keine Muskelarbeit. Das Nervensystem registriert einen geschlossenen Mund, aber ohne die Aktivität von Zunge und Lippen, die dazugehört. Was nicht gebraucht wird, wird aus unserer Sicht auch nicht gelernt. Nimmst du das Pflaster ab, gilt deshalb wieder das bisherige Muster.
Der Mund öffnet sich im Schlaf
Die Muskelspannung sinkt, die Zunge liegt tief, und der Verschluss vorn gibt nach.
Das Tape hält ihn zu
Die Lippen bleiben geschlossen, weil sie von außen gehalten werden, nicht weil sie selbst schließen.
Die Muskeln bekommen keine Aufgabe
Zunge und Lippen arbeiten nicht mit. Der Unterdruck im Mundraum entsteht nicht aus eigener Arbeit.
Das Muster bleibt, wie es war
Das Nervensystem musste nichts Neues tun und hat deshalb nichts Neues gespeichert.
Ohne Tape kann sich der Mund wieder öffnen
In der ersten Nacht ohne Pflaster läuft aus unserer Sicht der bisherige Ablauf weiter.
Studienlage
Mouth Taping: Was Studien zeigen
Trotz der großen Aufmerksamkeit gibt es bisher nur wenige und überwiegend kleine Studien zum Zukleben des Mundes.
Eine Arbeitsgruppe der HNO-Klinik in London im kanadischen Ontario hat 2025 die Studien zum nächtlichen Mouth Taping bei Mundatmung, Schnarchen und Schlafapnoe systematisch zusammengetragen, erschienen zwischen 1999 und 2024. Von 86 gesichteten Arbeiten erfüllten zehn die Einschlusskriterien3. Eine zweite Übersicht aus Washington kam zu einem ähnlichen Bild.
mit zusammen 213 Teilnehmenden bildeten die gesamte Datengrundlage der kanadischen Übersicht3
Studien fanden eine messbare Besserung bei Atemaussetzern oder Abfällen der Sauerstoffsättigung, die übrigen keinen Unterschied3
Arbeiten erfüllten in der Übersicht aus Washington die Einschlusskriterien. Die Autoren nennen die Datenlage deutlich uneinheitlich4
Zur Ehrlichkeit gehört, was für das Tape spricht. Eine kleine Studie aus Taiwan klebte 20 mundatmenden Menschen mit leichter Schlafapnoe nachts den Mund zu. Die Atemaussetzer gingen im Median von 8,3 auf 4,7 pro Stunde zurück. Aufgenommen wurde allerdings nur, wer das Zukleben vertrug, und gemessen wurde nur mit Tape6.
Viele Studien schlossen Menschen mit verlegter Nase von vornherein aus3. Für alle, deren Nase nachts zugeht, sagen die Ergebnisse deshalb wenig. Zudem beschreiben die Studien, was in den Nächten mit Tape geschieht. Ob sich das Muster verändert hat, der Mund also auch ohne Tape geschlossen bleibt, ist damit nicht beantwortet.
Die Studien fragen, was mit Tape passiert. Entscheidend ist, was ohne Tape passiert.Ein Ergebnis, das nur so lange hält, wie das Pflaster klebt, hat das Muster nicht verändert.
Sicherheit
Wenn die Nase zugeht
Ein verklebter Mund lässt der Luft nur noch einen Weg. Solange die Nase frei ist, fällt das nicht auf.
Im Schlaf ist der Mund auch ein Ausweichweg. Schwillt die Nasenschleimhaut an, etwa bei Schnupfen oder Allergie, übernimmt er, ohne dass du aufwachst. Mit Tape fällt dieser Ausweg weg. Die kanadische Übersicht nennt als mögliches Risiko deshalb das Ersticken bei verlegter Nase und sieht für alle, die den Trend unkritisch nachahmen, ein ernstzunehmendes Schadensrisiko3.
mehr Atemaussetzer im Mittel, wenn die Nase in Studien verlegt war, experimentell oder nach Eingriffen an der Nase5
mehr Abfälle der Sauerstoffsättigung in derselben Auswertung5
Diese Zahlen stammen aus einer Metaanalyse der King Saud University in Riad von 2026. Eine verlegte Nase kann nach Einschätzung der Autoren auch bei zuvor gesunden Menschen apnoeähnliche Befunde auslösen. Zum Mouth Taping fanden sie nur zwei Studien, zu wenig für eine eigene Auswertung5. Für uns folgt daraus, dass die freie Nase die Voraussetzung ist, nicht der zugeklebte Mund.
Den Mund nachts zuzukleben, empfehlen wir nicht, erst recht nicht bei verstopfter Nase, Schnupfen, Allergie, Übelkeit oder Reflux. Nutzt du eine CPAP-Maske, eine Schiene oder ein Nasenspray auf ärztlichen Rat, setz sie nicht eigenmächtig ab und besprich Änderungen mit deiner Praxis.
Die Triade
Mundschluss nachts entsteht am Tag
Im Schlaf läuft ab, was das Nervensystem gespeichert hat. Deshalb beginnt Nasenatmung nachts bei den Basisfunktionen.
Atmung
Die Nase wärmt, befeuchtet und reinigt die Luft. Ist sie frei und der Mundraum dicht, nimmt die Luft von selbst diesen Weg. Wird die Nase wenig benutzt, lässt ihre Gewebespannung aus unserer Sicht nach, und sie fühlt sich enger an.
Schlucken
Mit dem Schluck legt sich die Zunge an den Gaumen und erneuert den Unterdruck im Mundraum. Das geschieht viele hundert bis tausend Mal am Tag. So wird der Mundschluss laufend wiederholt, ohne dass du daran denkst.
Kopfbalance
Balanciert der Kopf über dem Körper, hängt der Unterkiefer ruhig, und der Rachen bleibt weit. Wandert der Kopf nach vorn, öffnet sich der Mund aus unserer Sicht leichter.
Steht der Mund nachts offen, liegt die Ursache aus unserer Sicht im Regelfall in diesem Zusammenspiel und nicht in zu schwachen Lippen. Was nicht in eine Funktion eingebunden ist, wird nicht gebraucht und verliert Spannung. Was im Alltag gebraucht wird, behält sie. Dieser Triadische Funktionskreis aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance steht am Anfang vieler Kausalketten, die bis zu Mundatmung nachts, Schnarchen oder trockenem Mund am Morgen reichen können.

Training
Den aktiven Mundschluss trainieren
Sich vorzunehmen, den Mund zu schließen, klappt am Tag eine Weile. Im Schlaf gibt es keinen Vorsatz. Dort läuft, was als Muster gespeichert ist, und Muster ändern sich durch Wiederholung. Unser Ansatz ist deshalb das Training der Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Es schafft die Voraussetzung dafür, dass der Mund von innen schließt, statt von außen gehalten zu werden.
Im FaceFormer-Training liegt der FaceFormer im Mundvorhof, hinter den Lippen und vor den Zähnen. Die Zungenspitze liegt an der kleinen Erhebung hinter den oberen Schneidezähnen, du atmest durch die Nase, der Kopf ist aufrecht balanciert.
In der Grundübung drückst du den Lippenkeil mit den Lippen zusammen, beißt mit den Backenzähnen kurz auf und schluckst einmal. Der Unterdruck zieht die Zunge an den Gaumen, und der Mundraum ist dicht.
Nachts trägst du den FaceFormer ZERO, ab etwa der dritten Woche jede Nacht. Du übst dabei nicht. Die Lippen halten ihn selbst, verklebt wird nichts. Öffnet sich der Mund im Schlaf, hält ihn nichts zu, und der FaceFormer rutscht heraus.
Liegt er morgens neben dem Kissen, ist das anfangs häufig. Im Schlaf setzen sich alte Muster wie die Mundatmung noch durch. Setz ihn weiter jeden Abend ein und prüfe vorher, ob deine Nase frei ist. Mehr dazu in der nächtlichen Anwendung.
- Ab Tag 1
Grundübung
Dreimal täglich wenige Minuten mit dem FaceFormer ZERO, die Wiederholungen steigerst du Woche für Woche.
- Woche 1 bis 2
Nachts nach Wunsch
Wenn du magst, trägst du den ZERO schon nachts. Nötig ist das in dieser Phase noch nicht.
- Ab etwa Woche 3
Zugübung und jede Nacht
Die Zugübung kommt dazu, und der ZERO begleitet dich jede Nacht, sobald dir die Nasenatmung leichter fällt.
- Nach einigen Wochen
Wechsel auf den ONE
Tagsüber trainierst du mit dem FaceFormer ONE. Er ist gleich groß und geformt wie der ZERO, nur aus festerem Material. Nachts bleibt es beim ZERO.
- Ab etwa Woche 6
Atemübung
Die Atemübung verbindet das Training mit ruhiger Nasenatmung und Atempausen, die mit der Zeit länger werden.
- Über Monate
Das Muster läuft von selbst
Bis die neuen Abläufe ohne Nachdenken laufen, rechnet das Übungsmanual mit sechs bis zwölf Monaten.
Die kostenlose FaceFormer-App leitet die Grundübungen an, alle Module findest du auf den Übungsseiten. Ist deine Nase über lange Zeit verlegt, lass das vor der nächtlichen Anwendung abklären. Für Kinder gilt ein eigener Übungsplan, mehr unter FaceFormer für Kinder.
Alltag
Nasenatmung nachts: was du selbst tun kannst
Lippen zu, Zunge oben
Die Lippen liegen locker aneinander, die Zungenspitze am Referenzpunkt. Prüf das mehrmals am Tag, etwa beim Entsperren des Handys.
Die Nase vor dem Schlafen prüfen
Halte kurz abwechselnd ein Nasenloch zu. Ist eine Seite enger, ist das oft der Nasenzyklus. Sind beide Seiten über lange Zeit zu, lass das abklären.
Kein Pflaster als Abkürzung
Ein zugeklebter Mund nimmt Lippen und Zunge genau die Aufgabe ab, die sie lernen sollen. Bei verlegter Nase nimmt er dir zudem den Ausweichweg.
Kopfbalance am Bildschirm
Richte Bildschirm und Sitz so ein, dass dein Kopf über dem Körper balanciert und nicht nach vorn wandert. Was du am Tag übst, nimmst du mit in die Nacht.
Morgens ehrlich hinschauen
Trockener Mund, trockene Lippen oder ein Hinweis auf Schnarchen zeigen dir, ob nachts noch durch den Mund geatmet wird. Das ist eine Rückmeldung, kein Versagen.
Verordnetes nicht eigenmächtig absetzen
Nutzt du eine CPAP-Maske, eine Schiene oder Nasenspray auf ärztlichen Rat, besprich Änderungen mit deiner Praxis. Das Training am Tag lässt sich damit kombinieren.
Fragen
Häufig gefragt
Was ist Mouth Taping?
Beim Mouth Taping wird der Mund vor dem Schlafen mit einem Pflaster oder einem Streifen Tape zugeklebt, damit nachts durch die Nase geatmet wird. Im Handel heißen diese Streifen Mundpflaster, Mundtape oder Sleep Tape. Bekannt geworden ist der Trend vor allem über soziale Netzwerke, wo zustimmende Beiträge klar überwiegen.
Ist es gefährlich, den Mund nachts zuzukleben?
Bei freier Nase fällt es oft nicht auf. Geht die Nase im Schlaf zu, etwa bei Schnupfen oder Allergie, fehlt mit verklebtem Mund der Ausweichweg. Eine systematische Übersicht von 2025 nennt deshalb das Ersticken bei verlegter Nase als mögliches Risiko. Wir empfehlen Mouth Taping nicht.
Hilft Mouth Taping gegen Schnarchen?
Einzelne kleine Studien berichten bei leichter Schlafapnoe von weniger Atemaussetzern oder weniger Schnarchen, andere fanden keinen Unterschied. Die Datenlage ist dünn und uneinheitlich. Aus unserer Sicht ändert das Tape nichts an dem Muster, das den Mund nachts öffnet. Schnarchst du laut und werden dir Atemaussetzer berichtet, ist eine Messung im Schlaflabor der richtige Ausgangspunkt.
Wie gelingt Nasenatmung nachts ohne Tape?
Indem der Mundschluss zum gespeicherten Muster wird. Im FaceFormer-Training übst du Lippenschluss, Zungenreferenzlage, Schlucken und Nasenatmung am Tag in einem Ablauf. Nachts trägst du den FaceFormer ZERO, den die Lippen selbst halten. Das Übungsmanual rechnet für die Umstellung mit Monaten.
Warum wache ich morgens mit trockenem Mund auf?
Häufig ist nächtliche Mundatmung beteiligt, denn dann streicht über viele Stunden Atemluft über die Schleimhaut im Mund. Es gibt aber auch andere Ursachen, etwa Medikamente. Mehr dazu findest du im Beitrag zur Mundtrockenheit.
Kann ich Mundtape und FaceFormer kombinieren?
Das empfehlen wir nicht. Den FaceFormer halten die Lippen selbst, und genau das ist Teil des Trainings. Ein Tape darüber würde diese Arbeit wieder abnehmen und den Mund bei verlegter Nase verschließen.
Ist Mouth Taping für Kinder geeignet?
Kindern den Mund zuzukleben, empfehlen wir nicht. Steht bei einem Kind der Mund oft offen, lohnt ein Blick auf Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Für Kinder gibt es einen eigenen Übungsplan mit dem FaceFormer ZERO.
Kann ich mein Mundtape einfach weglassen?
Hast du selbst damit begonnen, kannst du es jederzeit weglassen. Wurde es dir im Rahmen einer Beatmungstherapie empfohlen, etwa gegen Luftverlust über den Mund bei einer CPAP-Maske, besprich jede Änderung mit deiner behandelnden Praxis.
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Dein Weg weiter

Quellen
- Bizzoca ME, Durante C, Santos FJV, Musella G, Lo Muzio L, Trecca E, Lucchese A, Caponio VCA (2026). The Spread of Non-Evidence-Based Health Claims on Social Media: The Case of #Mouthtape on Instagram, a Cross-Sectional Study. Dentistry Journal 14(7):418. PMID 42505726. Quelle
- Fitzpatrick MF, McLean H, Urton AM, Tan A, O’Donnell D, Driver HS (2003). Effect of nasal or oral breathing route on upper airway resistance during sleep. European Respiratory Journal 22(5):827-832. PMID 14621092. Quelle
- Rhee J, Iansavitchene A, Mannala S, Graham ME, Rotenberg B (2025). Breaking social media fads and uncovering the safety and efficacy of mouth taping in patients with mouth breathing, sleep disordered breathing, or obstructive sleep apnea: A systematic review. PLoS One 20(5):e0323643. PMID 40397877. Quelle
- Fangmeyer SK, Badger CD, Thakkar PG (2025). Nocturnal mouth-taping and social media: A scoping review of the evidence. American Journal of Otolaryngology 46(1):104545. PMID 39662104. Quelle
- Alshehri NA, Alsaif NF, Abdulrazaq AN, Jabor RM, Al-Sayed AA (2026). Impact of Nasal Obstruction and Mouth Taping on Sleep Apnea Indicators: Systematic Review and Meta-Analysis. OTO Open 10(3):e70294. PMID 42662994. Quelle
- Lee YC, Lu CT, Cheng WN, Li HY (2022). The Impact of Mouth-Taping in Mouth-Breathers with Mild Obstructive Sleep Apnea: A Preliminary Study. Healthcare 10(9):1755. PMID 36141367. Quelle
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