
Fachartikel Nase
Allergie und NasenatmungWas die Nase bei Heuschnupfen leistet
Die Nase läuft, dann ist sie zu, und der Mund übernimmt? Hier erfährst du, was bei Heuschnupfen und allergischer Rhinitis in der Nase passiert, warum sie als Filter und Labor arbeitet, was Studien über Mundatmung und Allergie zeigen und warum gesunde Nasenatmung aus unserer Sicht Vorteile bringt. Sie ist ein Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance.
Kennst du das?
Erst läuft die Nase, dann ist sie zu?
Was trifft auf dich zu?
Tippe an, was auf dich zutrifft.
Treffen mehrere Punkte zu, lohnt ein Blick auf zwei Dinge. Die Allergie selbst gehört in ärztliche Hände. Wie du atmest, entscheidet mit darüber, wie viel Pollen tiefer in die Atemwege gelangt. Und dieses Muster lässt sich trainieren.
Was die Nase filtertWie der Mund übernimmtDas Wichtigste in Kürze
- Heuschnupfen ist eine allergische Rhinitis. Die Nasenschleimhaut reagiert auf harmlose Stoffe wie Pollen, schwillt an und macht die Nase zu. Die Allergie selbst gehört in ärztliche Behandlung.
- Die Nase filtert, wärmt und befeuchtet die Atemluft und reichert sie mit Stickstoffmonoxid an. Mundatmung umgeht diese Strecke, hing in Studien mit mehr Asthma zusammen und ist aus unserer Sicht deshalb schädlich.
- Gesunde Nasenatmung bringt bei Allergie aus unserer Sicht Vorteile. Sie ist ein Muster aus Atmung, Schlucken und Kopfbalance, ersetzt keine Allergiebehandlung und schafft die Voraussetzung, dass die Nase ihre Schutzaufgaben erfüllen kann.
Video
Allergien und Heuschnupfen: was die Atmung damit zu tun hat
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Grundlagen
Was bei Heuschnupfen in der Nase passiert
Eine Allergie ist eine Fehleinschätzung des Immunsystems. Es hält einen harmlosen Stoff für gefährlich und wehrt ihn ab.
Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare sind eigentlich keine Bedrohung. Bei einer Allergie bildet das Immunsystem trotzdem IgE-Antikörper gegen sie. Trifft der Stoff erneut auf die Schleimhaut, setzen Abwehrzellen Botenstoffe wie Histamin frei, die Schleimhaut schwillt an und bildet Sekret. In der Nase heißt das allergische Rhinitis. Sind Pollen die Auslöser, spricht man von Heuschnupfen.
Was du als verstopfte Nase spürst, ist geschwollene Schleimhaut. An den Nasenmuscheln liegt ein Geflecht aus Blutgefäßen, das sich bei einer allergischen Reaktion stark füllt. Der Durchgang wird eng. Wie es im Tagesverlauf zwischen links und rechts wechselt, beschreibt der Artikel zur Nasenscheidewand.
Deshalb läuft die Nase erst und ist dann zu. Beides geht von derselben Schleimhaut aus.

der Erwachsenen in Deutschland hatten laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts irgendwann einen ärztlich festgestellten allergischen Schnupfen, oft mit Beteiligung der Augen1
litten zum Zeitpunkt derselben Erhebung unter mindestens einer allergischen Erkrankung1
hatten Antikörper gegen häufige Allergene aus der Luft im Blut, untersucht bei 7.025 Erwachsenen2
Sensibilisiert ist also rund ein Drittel der Erwachsenen, spürbar allergisch nur ein Teil davon. Ob aus Antikörpern Beschwerden werden, hängt aus unserer Sicht auch davon ab, wie viel Allergen die Schleimhaut erreicht. Hier kommt die Nase ins Spiel.
Symptome
Allergische Rhinitis: Symptome und Auslöser
Heuschnupfen zeigt sich nicht nur in der Nase. Die Beschwerden reichen von den Augen bis in die Bronchien.
Niesen
Oft in Serien, besonders morgens und nach dem Aufenthalt im Freien.
Fließschnupfen
Klares, wässriges Sekret läuft aus der Nase.
Nase zu
Die Schleimhaut schwillt an, auf einer oder auf beiden Seiten. Die Luft weicht auf den Mund aus.
Juckreiz
Nase, Gaumen oder Ohren jucken und kribbeln.
Augen
Gerötete, tränende oder juckende Augen gehören oft dazu.
Husten und enge Brust
Ein Zeichen, dass die Reaktion die unteren Atemwege erreicht. Das gehört ärztlich abgeklärt.
Pollen fliegen je nach Pflanze zu unterschiedlichen Zeiten. Hasel und Erle beginnen oft schon im Spätwinter, die Birke folgt im Frühjahr, Gräser im Sommer, Kräuter wie Beifuß im Spätsommer.
Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilzsporen sind dagegen das ganze Jahr da, dann spricht man von ganzjähriger allergischer Rhinitis. Hält die Schwellung lange an, können auch die Öffnungen der Nebenhöhlen eng werden, mehr dazu im Artikel zur Sinusitis.

Nasenfunktion
Die Nase als Filter
Bevor ein Pollenkorn die Bronchien erreicht, muss es an der Nase vorbei. Dafür ist sie gebaut.
Am Naseneingang fangen die Nasenhaare größere Teilchen ab. Dahinter leiten die Nasenmuscheln die Luft in schmalen, gewundenen Bahnen an einer großen Schleimhautfläche vorbei. Dabei wird sie gewärmt und befeuchtet, und Partikel treffen auf die feuchte Oberfläche.
Dort bleiben sie im Schleim hängen. Winzige Flimmerhärchen schieben diesen Schleim fortlaufend Richtung Rachen, wo er unbemerkt geschluckt wird. So reinigt sich die Nase laufend selbst.

Wie viel allein der vorderste Teil dieses Filters ausmacht, prüfte eine Arbeitsgruppe aus Ankara an 233 Menschen mit Heuschnupfen. Sie verglich die Dichte der Nasenhaare damit, wer zusätzlich Asthma hatte3.
der Menschen mit wenigen oder keinen Nasenhaaren hatten neben dem Heuschnupfen auch Asthma3
waren es bei denen mit vielen Nasenhaaren, in derselben Untersuchung3
Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis. Sie passt aber zur Anatomie. Je besser die Nase filtert, desto weniger Allergen erreicht die tieferen Atemwege, vorausgesetzt, die Luft strömt auch durch die Nase.
Wie ein Windfang vor der Haustür
Ein Windfang hält Schmutz und Kälte zurück, bevor sie in die Wohnung gelangen. Wer ständig durch die Terrassentür hereinkommt, trägt den Dreck trotzdem hinein. So sehen wir die Nase. Sie ist der vorgesehene Eingang für die Atemluft, der Mund ein Nebeneingang für große Anstrengung. Gesunde Nasenatmung ist aus unserer Sicht ein wichtiger Teil des Rezepts, mit dem sich der Körper gegen Keime und Allergene abschirmt.
Stickstoffmonoxid
Mehr als ein Filter: das Labor der Nase
Die Nase reinigt die Luft nicht nur. Sie gibt ihr auch etwas mit.
In den Nasennebenhöhlen entsteht fortlaufend Stickstoffmonoxid, kurz NO. Eine Arbeitsgruppe am Karolinska-Institut in Stockholm fand 1995 in der Luft der Nebenhöhlen sehr hohe Konzentrationen, gebildet von deren Schleimhaut. NO wirkt bakterienhemmend, die Forschenden sehen darin einen Beitrag zur Keimabwehr4. Bei Nasenatmung gelangt es mit dem Luftstrom in die Lunge. Ein Jahr später prüfte dieselbe Gruppe, ob das messbar ist5.
Die Nase ist Filter, Klimaanlage und Labor zugleich.Sie reinigt, wärmt und befeuchtet die Atemluft und reichert sie mit Stickstoffmonoxid an. Bei Mundatmung entfällt diese Aufbereitung.
höher lag der über die Haut gemessene Sauerstoffwert bei 6 von 8 Gesunden während Nasenatmung, verglichen mit Mundatmung5
stieg der Sauerstoff im Blut bei 6 langzeitbeatmeten Patienten, als Luft aus ihrer eigenen Nase zugeleitet wurde5
Die Untersuchungen sind klein und betreffen nicht die Allergie, zeigen aber, dass die Nase mehr ist als ein Luftkanal. Nach unserer Auffassung ist Mundatmung deshalb schädlich. Kühle, trockene und ungefilterte Luft trifft direkt auf Rachen und Bronchien, Keime und Allergene gelangen tiefer, und das NO der Nebenhöhlen fehlt. Die tieferen Schleimhäute müssen Abwehrarbeit leisten, die ihnen sonst die Nase abnimmt. Aus unserer Sicht macht das anfälliger für Infekte und hält Reizungen länger am Laufen.
Mundatmung
Nase zu bei Allergie: wie der Mund übernimmt
Allergie und Mundatmung hängen in beide Richtungen zusammen. Das macht die Verbindung so hartnäckig.
Die eine Richtung liegt auf der Hand. Ist die Nase zu, atmest du durch den Mund. In einer Untersuchung an Kindern von drei bis neun Jahren in einer brasilianischen Kleinstadt war die allergische Rhinitis die häufigste Ursache der Mundatmung, gefunden bei 81,4 % der Mundatmer. Bei vielen Kindern kamen mehrere Ursachen zusammen, etwa vergrößerte Rachenmandeln6.
Das Allergen trifft die Schleimhaut
Pollen oder Milbenbestandteile landen in der Nase.
Die Schleimhaut schwillt an
Die Nase wird eng, besonders nachts und im Liegen.
Der Mund springt ein
Die Luft nimmt den leichteren Weg und umgeht den Filter der Nase.
Mehr Allergen erreicht die Atemwege
Ungefilterte, kühle und trockene Luft trifft auf Rachen und Bronchien.
Das Muster schleift sich ein
Die Nase wird weniger gebraucht, die Mundatmung bleibt oft über die Saison hinaus.
Die andere Richtung ist weniger bekannt. In der japanischen Nagahama-Studie wurden 9.804 Erwachsene zu Mundatmung und Vorerkrankungen befragt, dazu kamen Bluttests und Lungenfunktion7. Mundatmung hing dort mit Asthma zusammen, und zwar auch dann, wenn die Forschenden den Heuschnupfen herausrechneten.
der Befragten gaben an, durch den Mund zu atmen7
war die statistische Chance auf Asthma bei Mundatmung allein, verglichen mit Menschen ohne Mundatmung und ohne allergischen Schnupfen (Odds Ratio 1,85)7
war sie, wenn Mundatmung und allergischer Schnupfen zusammenkamen (Odds Ratio 4,09)7
Bei Menschen ohne Asthma ging Mundatmung zudem mit häufigerer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben, mehr eosinophilen Abwehrzellen im Blut und einer schwächeren Lungenfunktion einher7. Die Autoren vermuten, dass der Mund die Schutzfunktion der Nase umgeht und mehr Allergen in die Atemwege lässt.
Eine Befragungsstudie zeigt Zusammenhänge, keine Ursache. Folgt man der Arbeit der Nase, liegt der Schluss aber nahe, dass Mundatmung bei Allergie nicht nur Folge ist. Sie ist häufig und kann sogar Auslöser und Verstärker sein, weil sie die Abwehr der Nase umgeht. Wie bei einer Fahrradkette greift ein Glied ins nächste. Ungefilterte Luft reizt die Schleimhaut, die Schwellung hält den Mund offen, und mit jeder Saison schleift sich das Muster weiter ein.

Selbsttest: Schließ die Lippen und atme eine Minute ruhig durch die Nase. Wie geht es dir?
Nase und Bronchien
Von der Nase in die Bronchien: der Etagenwechsel
Nase und Bronchien sind zwei Abschnitte desselben Atemwegs. Was oben beginnt, kann sich nach unten ausbreiten.
Wird aus Heuschnupfen ein allergisches Asthma, spricht man vom Etagenwechsel. Die Allergie wandert ein Stockwerk tiefer, von der Nase in die Bronchien. Dahinter steht die Vorstellung eines gemeinsamen Atemwegs, englisch one airway.
Eine europäische Langzeitstudie begleitete 6.461 Erwachsene zwischen 20 und 44 Jahren, die zu Beginn kein Asthma hatten, über fast neun Jahre8.

der Menschen mit allergischem Schnupfen entwickelten in dieser Zeit Asthma, bei Menschen ohne Allergie und ohne Schnupfen waren es 1,1 %8
war das Risiko für neues Asthma bei allergischem Schnupfen, nach Abgleich mit Alter, Geschlecht, Gewicht, Rauchen und weiteren Faktoren8
Welche Rolle der Atemweg spielt, zeigt ein älterer Versuch mit jungen Menschen mit Asthma. Sollten sie beim Laufband-Training natürlich atmen, öffneten die meisten den Mund. Mussten sie durch die Nase atmen, blieb die Verengung der Bronchien danach fast vollständig aus. Bei reiner Mundatmung fiel sie stärker aus9.
Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot bei Heuschnupfen gehören ärztlich abgeklärt. Das Training der Nasenatmung lässt sich mit der Asthmabehandlung kombinieren.
Die Triade
Nasenatmung ist ein Muster
Eine freie Nase allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob der Körper sie als Atemweg wählt, auch dann, wenn niemand darauf achtet.
Aus unserer Sicht hängt Nasenatmung an drei Basisfunktionen, die sich gegenseitig tragen: Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Nach jedem Schluck legt sich die Zunge an den Gaumen, die Lippen liegen locker aufeinander. Diese Zungenreferenzlage dichtet den Mundraum ab, und die Luft nimmt den Weg durch die Nase.
Balanciert der Kopf über dem Körper, bleibt der Raum im Rachen frei. Wandert er nach vorn, öffnet sich aus unserer Sicht der Mund leichter. Weil du viele hundert bis tausend Mal am Tag schluckst, wird dieses Zusammenspiel ständig neu eingestellt.

Die Allergie selbst beginnt im Immunsystem. Ob die Nase als Filter genutzt wird, entscheidet sich aber am Atemmuster. Liegt die Mundatmung nicht an einer akut verlegten Nase, liegt ihre Ursache aus unserer Sicht im Regelfall im Muster, also bei den Basisfunktionen. Dieser Triadische Funktionskreis steht am Anfang vieler Kausalketten.
Dazu kommt das Gewebe. Was in eine Funktion eingebunden ist, wird gebraucht und behält seine Spannung. Was nicht gebraucht wird, erschlafft. Eine Nase, durch die über Jahre wenig geatmet wird, verliert den Reiz des Luftstroms, und ihre Schleimhaut neigt eher dazu, anzuschwellen. Wird die Nasenatmung im Alltag wieder zur Regel, bekommt sie diesen Reiz zurück. Anwender berichten uns, dass ihre Heuschnupfen-Beschwerden deutlich nachgelassen haben, seit sie durch die Nase atmen. Das ist Einzelfallerleben und kein Versprechen.
Die Allergie ist eine Frage des Immunsystems. Nasenatmung ist eine Frage des Musters.Das eine gehört in ärztliche Hände. Das andere lässt sich trainieren, und beides schließt sich nicht aus.
Kinder
Allergie bei Kindern: auf die Atmung achten
Bei Kindern wachsen Gesicht und Kiefer noch. Wie sie atmen, wirkt deshalb auf mehr als die Nase.
Kinder mit Allergie atmen häufig durch den Mund, oft nachts und unbemerkt. In der brasilianischen Untersuchung an Drei- bis Neunjährigen waren das die häufigsten Zeichen der Mundatmung6. Mehr zu nächtlichen Atemgeräuschen findest du im Artikel zu Schnarchen und Schlafapnoe.
Schlafen mit offenem Mund
Das häufigste Zeichen, bei 86 % der Mundatmer.
Schnarchen
Bei 79 % der Mundatmer.
Juckende Nase
Bei 77 %, typisch für die allergische Rhinitis.
Feuchtes Kopfkissen
Speichel auf dem Kissen bei 62 %.
Unruhiger Schlaf
Schlafprobleme oder unruhiger Schlaf bei 62 %.
Gereizt am Tag
Reizbarkeit tagsüber bei 43 %.
Eine ältere Untersuchung aus Nordamerika verglich 30 allergische Mundatmer mit 15 nicht allergischen Nasenatmern, alle sechs bis zwölf Jahre alt. Die Mundatmer hatten im Röntgenbild im Mittel längere Gesichter, einen schmaleren Oberkiefer und häufiger einen Kreuzbiss10. Was zuerst da war, kann eine solche Studie nicht zeigen, und die Gruppen sind klein.
Die Allergie deines Kindes gehört in kinderärztliche Behandlung. Für Kinder gibt es einen eigenen Übungsplan mit dem FaceFormer ZERO aus weicherem Material, mehr dazu unter FaceFormer für Kinder.
Behandlung
Was bei Allergie hilft: Medizin und eigener Beitrag
Die Allergie selbst behandelst du ärztlich. Dein Atemmuster ist der Teil, den du selbst in der Hand hast.
Am Anfang steht die Diagnose per Haut- oder Bluttest. Danach kommen drei Wege infrage, oft kombiniert. Den Kontakt mit dem Allergen verringern, die Beschwerden mit Medikamenten lindern, etwa mit Antihistaminika oder kortisonhaltigem Nasenspray, und bei geeigneten Allergien die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt. Sie setzt am Immunsystem selbst an und läuft über mehrere Jahre.
nach dem Ende einer drei- bis vierjährigen Hyposensibilisierung gegen Gräserpollen blieben die Beschwerden in einer randomisierten Studie so niedrig wie bei denen, die weiter behandelt wurden11
mit 747 Teilnehmenden wertete eine Cochrane-Übersicht zu Nasenspülungen mit Salzlösung aus. Die Spülungen linderten die Beschwerden möglicherweise deutlich, die Qualität der Belege war gering12
Diese Behandlungen haben ihren festen Platz. Am Atemweg, den du wählst, setzen sie nicht an, und das gilt auch für abschwellende Sprays und Eingriffe an der Nase. Ist die Nase wieder frei, bleibt der Mund oft trotzdem offen, weil sich das Muster eingeschliffen hat. Hier setzt das Training an, als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Abschwellendes Nasenspray
Es verschafft Luft, indem es die Gefäße der Schleimhaut zusammenzieht, und ist für wenige Tage gedacht. Über Wochen genutzt, gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt ohne Spray stärker an, die sogenannte Rhinitis medicamentosa13. Aus unserer Sicht greift der Dauergebrauch genau die Schleimhaut an, deren Filterarbeit du brauchst. Wie du atmest, verändert kein Spray.
Eingriff an der Nase
Eine Verkleinerung der Nasenmuscheln schafft Platz, behandelt aus unserer Sicht in der Regel aber das Symptom, die enge Nase, und nicht das Muster dahinter. Dazu kommen Risiken. Wird zu viel Schleimhaut entfernt, kann ein Empty-Nose-Syndrom entstehen. Die Nase ist dann weit und fühlt sich trotzdem verstopft, trocken und krustig an, weil das Gewebe fehlt, das den Luftstrom wärmt, befeuchtet und spürt.
Ärztliche Allergiebehandlung
- Klärt, worauf du allergisch bist
- Dämpft die Reaktion mit Medikamenten
- Kann das Immunsystem umstimmen (Hyposensibilisierung)
- Liegt in der Hand deiner Praxis
Training der Basisfunktionen
- Setzt am Atemmuster an, nicht an der Allergie
- Übt Atmung, Schlucken und Kopfbalance in einem Ablauf
- Schafft die Voraussetzung, dass die Nase filtern kann
- Liegt in deiner eigenen Hand
Die beiden Wege ersetzen sich nicht. Sie setzen an verschiedenen Stellen an und lassen sich kombinieren. Mehr dazu unter FaceFormer und andere Behandlungen.
Zur Einordnung gehört auch, was fehlt. Eine Studie zum FaceFormer-Training bei Allergien gibt es nicht. Belegt sind die Bausteine: Filter, NO und der Zusammenhang von Mundatmung und Asthma. Aus dem Fehlen einer Untersuchung folgt nicht, dass der Zusammenhang nicht besteht. Es folgt, dass er nicht geprüft ist. Studien zur Methode zeigt die Studienseite.
Nimmst du Antihistaminika, Kortison-Nasenspray oder Asthmamittel auf ärztlichen Rat, allen voran das Notfallspray, setzt du sie nicht eigenmächtig ab. Brauchst du ein abschwellendes Spray schon länger, besprich den Ausstieg mit deiner Praxis. Das Training lässt sich mit jeder dieser Behandlungen kombinieren.
Training
Nasenatmung trainieren: die Voraussetzung schaffen
Der Vorsatz, durch die Nase zu atmen, hält oft nur bis zur nächsten Treppe. Ein Atemmuster ist ein gespeicherter Ablauf, und der ändert sich durch präzise, häufige Wiederholung. Im FaceFormer-Training übst du deshalb Lippenschluss, Zungenreferenzlage, Schlucken, Nasenatmung und Kopfbalance in einem Ablauf, der FaceFormer liegt dabei im Mundvorhof. Den Einstieg bildet die Grundübung.
Ab etwa Woche 3 kommt die Zugübung dazu. Du presst den Lippenkeil sechs Sekunden mit den Lippen zusammen und ziehst ihn dabei mit Daumen und Zeigefinger sanft nach vorn. Die Lippen halten dagegen, der Kopf bleibt aufgerichtet, und du atmest die ganze Zeit durch die Nase.
Dann beißt du kurz mit den Backenzähnen auf und schluckst einmal. So verbindet die Übung Mundschluss, Nasenatmung und Schlucken.
- Ab Tag 1
Grundübung
Dreimal täglich wenige Minuten mit dem FaceFormer ZERO.
- Ab etwa Woche 3
Zugübung und Nacht
Die Zugübung kommt dazu. Nachts trägst du den FaceFormer ZERO, sobald die Grundübung sitzt.
- Nach einigen Wochen
Wechsel auf den ONE
Tagsüber trainierst du mit dem FaceFormer ONE. Er ist gleich groß und geformt wie der ZERO, nur aus festerem Material.
- Ab etwa Woche 6
Atemübung
Die Atemübung verbindet das Training mit ruhiger Nasenatmung und Atempausen.
- Über 6 bis 12 Monate
Das Muster läuft von selbst
So lange rechnet das Übungsmanual, danach genügt ein Erhaltungstraining.
Ist die Nase nur teilweise verstopft, trainierst du wie gewohnt weiter, solange noch ausreichend Luft durch die Nase strömt. Ist sie in der Pollensaison vollständig zu oder die Schleimhaut akut entzündet, pausierst du kurz und steigst wieder ein, sobald die Nase genug Luft durchlässt. Die kostenlose FaceFormer-App leitet die Grundübungen an, alle Module stehen auf den Übungsseiten.
Alltag
Heuschnupfen-Saison: Nasenatmung im Alltag
Lippen zu, Nase auf
Lippen locker aufeinander, die Zungenspitze an ihrem Referenzpunkt hinter den oberen Schneidezähnen. So nimmt die Luft den Weg durch die Nase.
Nase spülen
Salzlösung spült Pollen und Sekret aus und lässt sich mit Medikamenten kombinieren.
Pollen draußen lassen
Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen und abends die Haare waschen. So landen weniger Pollen auf dem Kopfkissen.
Beim Sport behutsam steigern
Atme zuerst beim Gehen durch die Nase und steigere dich von dort. Bei Belastungsasthma hast du dein Notfallspray dabei.
Nachts auf den Mund achten
Wachst du mit trockenem Mund auf, atmest du wahrscheinlich nachts durch den Mund. Den Mund zuzukleben ist keine Lösung, warum, liest du im Artikel zum Mouth Taping.
Fragen
Häufig gefragt
Was ist der Unterschied zwischen Heuschnupfen und allergischer Rhinitis?
Allergische Rhinitis ist der Oberbegriff für einen allergisch bedingten Schnupfen. Heuschnupfen ist die Form, die von Pollen ausgelöst wird und deshalb in bestimmten Monaten auftritt. Reagierst du auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze, spricht man von einer ganzjährigen allergischen Rhinitis.
Warum ist die Nase bei einer Allergie zu?
Bei einer allergischen Reaktion schwillt die Nasenschleimhaut an, vor allem an den Nasenmuscheln, wo ein dichtes Geflecht aus Blutgefäßen liegt. Dazu kommt Sekret. Im Liegen und nachts wird es oft enger. Die Luft weicht dann auf den Mund aus.
Bringt gesunde Nasenatmung bei Allergien Vorteile?
Aus unserer Sicht ja, auch wenn sie die Allergie nicht beendet, denn die entsteht im Immunsystem. Die Nase filtert Pollen und Staub, bevor sie die Bronchien erreichen, und in Studien hing Mundatmung mit mehr Asthma und häufigerer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben zusammen. Anwender berichten uns, dass ihre Beschwerden deutlich nachgelassen haben, manche erleben eine Saison fast ohne Beschwerden. Das ist Einzelfallerleben und kein Versprechen, eine Studie zum Training bei Allergien gibt es nicht.
Kann ich mit Heuschnupfen mit dem FaceFormer trainieren?
Ja, solange noch ausreichend Luft durch die Nase strömt, auch wenn sie nicht ganz frei ist. Ist sie in der akuten Phase vollständig zu oder die Schleimhaut entzündet, pausierst du kurz und steigst wieder ein, sobald die Nase genug Luft durchlässt. Das Training lässt sich mit Allergiemedikamenten und einer Hyposensibilisierung kombinieren.
Soll ich mein Nasenspray absetzen, wenn ich Nasenatmung trainiere?
Verordnete Mittel wie Kortison-Nasenspray, Antihistaminika oder Asthmamittel setzt du nicht eigenmächtig ab, Änderungen besprichst du mit deiner Praxis. Anders liegt es bei abschwellenden Sprays. Sie sind für wenige Tage gedacht, über Wochen genutzt gewöhnt sich die Schleimhaut an sie und schwillt ohne Spray stärker an. Den Ausstieg planst du am besten mit deiner Praxis. Das Training setzt am Atemmuster an und lässt sich mit beidem verbinden.
Helfen Nasenspülungen bei Heuschnupfen?
Eine Cochrane-Übersicht mit 14 Studien fand Hinweise, dass Spülungen mit Salzlösung die Beschwerden bei allergischer Rhinitis lindern können. Die Qualität der Belege war allerdings gering, und Daten über drei Monate hinaus gab es nicht.
Atmet mein Kind wegen der Allergie durch den Mund?
Das ist gut möglich. In einer Untersuchung an Kindern von drei bis neun Jahren war die allergische Rhinitis die häufigste Ursache der Mundatmung, oft zusammen mit vergrößerten Rachenmandeln. Lass die Allergie kinderärztlich behandeln und achte zusätzlich auf die Atmung.
Hilft das Training bei einer Histaminintoleranz?
Eine Histaminintoleranz ist keine Allergie. Nach gängiger Erklärung baut der Körper dabei Histamin aus der Nahrung schlechter ab, während bei der allergischen Rhinitis das Immunsystem selbst Histamin freisetzt. Ein Zusammenhang mit dem Atemmuster ist nicht belegt. Das Training zielt auf die Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance, nicht auf den Histaminabbau. Bei Verdacht gehört die Abklärung in ärztliche Hand.
Hilft der FaceFormer auch bei Asthma oder COPD?
Der FaceFormer ist kein Mittel gegen eine bestimmte Diagnose, sondern das Trainingsgerät für die Basisfunktionen Atmung, Schlucken und Kopfbalance. Eine Studie zum Training bei Asthma oder COPD gibt es nicht. Dass Mundatmung in Studien mit mehr Asthma zusammenhing, ordnet der Artikel zu Asthma und Nasenatmung ausführlich ein.
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Quellen
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- Haftenberger M, Laußmann D, Ellert U, Kalcklösch M, Langen U, Schlaud M, Schmitz R, Thamm M (2013). Prävalenz von Sensibilisierungen gegen Inhalations- und Nahrungsmittelallergene. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 56(5-6):687-697. PMID 23703487. Quelle
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